Jennifer Hilgert präsentiert ihr neuntes Buch „Die Schuhe überwintern zu Hause“. Foto: Oliver Gehrig

HECHTSHEIM – Feine Lyrik gegen den harten Lockdown: Ein Zeichen gegen den Corona-Blues möchte die Hechtsheimer Autorin Jennifer Mohr setzen, die unter ihrem Mädchennamen Jennifer Hilgert schreibt. Sie veröffentlichte am 26. April ihr neuestes Werk „Die Schuhe überwintern zu Hause – und damit sind nicht die Sandalen gemeint“. Bei dieser 254 Seiten starken Lockdown-Lyrik handelt es sich um eine Zusammenstellung eigener Gedichte, die sie und ihre Mitautorin Marina Berin aus Böblingen während des zweiten Lockdowns von Dezember 2020 bis Februar 2021 verfasst haben. „Wir möchten ein lyrisches Zuhause schaffen“, sagt Jennifer Hilgert im Gespräch mit der Lokalen Zeitung. „Die Idee war, Hoffnung zu schaffen im Lockdown.“

Marina Berin und Jennifer Hilgert haben voriges Jahr bereits die Kaffeehauslyrik „Führe mich zu deinen Lippen“ mit Kaffeehausgedichten veröffentlicht. „Wir hatten damals so viel Spaß zusammen, dass ich nur auf ihre Nachricht gewartet habe“, berichtet Jennifer Hilgert, wie es jetzt zur erneuten Zusammenarbeit der beiden Autorinnen kam. Bei „Die Schuhe überwintern zu Hause“ handelt es sich um „visuelle Poesie“. So sind etwa die acht Kapitel des Werkes in acht Zimmer gegliedert: Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Flur, Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Badezimmer und Gästezimmer. Im Kapitel Gästezimmer haben 13 Gastdichterinnen und Gastdichter eigene Werke verfasst. Hinzu kommen innere und globale Räume sowie ein Überraschungskapitel. Cover, Innengestaltung und Buchsatz hat Marina Berin übernommen.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Autorinnen verlief trotz der Distanz zwischen Hechtsheim und Böblingen unkompliziert. Sie haben sich häufig im Dokument getroffen und auch Gedichte zusammen geschrieben. Zwei Kurzgedichte als Kostproben aus dem Fundus der insgesamt 243 Gedichte: „Aus dem Fehlen wird das Fühlen, so entsteht die Sehnsucht. Aus dem Fühlen wird das Schreiben, so entsteht ein Gedicht.“ Und: „Wenn eine Umarmung nicht möglich ist, lass dich umworten!“ Zeilen, die sehr gut in diese harte Zeit der Pandemie und des Lockdowns passen und Mut machen sollen.

Auch kritische Fragen gehen die beiden Autorinnen an. So starten sie etwa eine Diskussion um „die da oben“. Hilgert: „Es geht um Gemeinschaft versus Egoismus, um die Spaltung der Gesellschaft. Es geht darum, gegen Vereinsamung und häusliche Gewalt anzuschreiben, gegen den Lockdown im Herzen, für ein hoffnungsvolles Miteinander.“ Das Vorwort hat übrigens Dr. Janin Aadam geschrieben, Dozentin an der Landauer Uni. Sie war auch Lektorin und Korrektorin des Werkes.

Das Buch „Die Schuhe überwintern zu Hause“ ist überall im Buchhandel erwerbbar. Es kostet 15 Euro im Softcover und 22 Euro im Hardcover und ist auch online unter https://bookmundo.de/shop/ zu bestellen.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.