Matthias Gill erhielt als Auszeichnung für seine jahrzehntelange kommunalpolitische Tätigkeit die Ratsmedaille der Stadt Mainz. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM. Ex-Ortsvorsteher Matthias Gill (Grüne) hat sich wie zuvor angekündigt aus dem Ebersheimer Ortsbeirat zurückgezogen (die Lokale berichtete). Er ist bereits der fünfte Mandatsträger, der das Gremium in der laufenden Legislaturperiode verlassen hat. In der jüngsten Sitzung erhielt er anlässlich der Entpflichtung die Ratsmedaille der Landeshauptstadt Mainz als Anerkennung für seine Tätigkeit im Ortsbeirat sowie als Ortsvorsteher. 2014 hatte Matthias Gill die Stichwahl zum Ortsvorsteher gegen Torsten Schwarzer (CDU) gewonnen. 2019 reichte es für eine zweite Amtszeit hingegen nicht. Gill unterlag in der Stichwahl der amtierenden Stadtteilchefin Anette Odenweller (CDU). Die Ortsvorsteherin, die die Auszeichnung im Namen des Oberbürgermeisters Michael Ebling (SPD) überreichte, würdigte Gills Einsatz: „vielen Dank für kontinuierliches kommunalpolitisches Engagement in den vergangenen 19 Jahren, das nicht nur Ebersheim, sondern der Stadt Mainz insgesamt zugute kommt“. Gill, der in den Wochen zuvor als Grund für seinen Schritt den Mangel an gedeihlicher Zusammenarbeit im Ortsbeirat genannt hatte, bedankte sich und wünschte „noch frohes Wirken“. Seinen Fraktionssitz bei den Grünen übernahm Jürgen Born.

Den Ortsbeirat beschäftigte sodann in der Sitzung, die als Präsenzsitzung in der Töngeshalle abgehalten wurde, einzig ein Prüfantrag der CDU-Fraktion, der bei zwei Enthaltungen der FDP einstimmig angenommen wurde. Um Familien mit Kleinkindern oder pflegebedürftige Personen zu entlasten, regt der Ortsbeirat die Zuteilung von Windelsäcken an. „Dadurch könnten diese in der Zeit des erhöhten Restmüllaufkommens unterstützt werden“, führte Torsten Schwarzer (CDU) aus. Die Entsorgung der Windelsäcke könne im Rahmen der regulären Leerungen erfolgen – und das ohne das kostenintensive Ändern des Volumens der Restmülltonnen oder wahlweise deren Leerungsintervalle, so die Begründung.

Auf den Einwand von Hubert Heimann (SPD), ob dies die Aufgabe des Staates sei, nannten Odenweller und Schwarzer die vergleichbare Praktik im Landkreis Mainz-Bingen und in anderen Teilen der Republik. „Die Abgabe erfolgt entweder kostenfrei oder kostengünstig“, so Schwarzer. Aus der Sicht seiner Fraktion sei dies „ein Signal der Wertschätzung“, bei dem sich das Müllaufkommen weder vergrößern noch verringern werde.

Aus den Antworten der Verwaltung ging im späteren Verlauf hervor, dass das Stadtplanungsamt die Mittel für die Planung eines Ortsmittelpunktes in Höhe von 40.000 Euro in der Haushaltsplanung 2021/2022 angemeldet hat. Mit der Konzeption werde sich der Ortsbeirat daher erst nach der Genehmigung des Haushalts befassen können, erläuterte Odenweller.

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