Leon Flackus nimmt einen Coronaschnelltest vor. Seine Vater Thomas Flackus schaut interessiert zu. Foto: Ralph Keim

MAINZ-KASTEL – Die Bundesregierung hat es so beschlossen, doch es gibt bereits Ankündigungen dagegen zu klagen: Die Rede ist von kostenlosen Coronaschnelltests, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zumindest bald anbieten müssen, sofern diese nicht im Homeoffice arbeiten. Es soll jedoch bei der Freiwilligkeit bleiben, dass die Mitarbeiter von diesen Tests Gebrauch machen. Eine Pflicht der Dokumentation ist ebenfalls nicht geplant. 

Der in Mainz-Kastel ansässige Mercedes-Vertragshändler Flackus & Maurer hat bereits jetzt damit begonnen, den rund 60 Mitarbeitern Coronatests anzubieten. Das erste Fazit seitens der Geschäftsleitung: Das Angebot wird gut angenommen. Verbunden ist es jedoch mit einem hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand.

„Alle Mitarbeiter einmal zu testen, kostet uns rund 700 Euro“, beziffert Harald Flackus, Kaufmännischer Geschäftsführer, den nicht gerade geringen finanziellen Aufwand für sein Unternehmen. Um die Testungen kümmert sich Judith Flackus, Ehefrau des Technischen Geschäftsführers Thomas Flackus, sowie deren Sohn Leon, der gerade ein Studium absolviert.

Um die Tests vornehmen zu dürfen, haben beide zunächst bei den Johannitern eine entsprechende Schulung absolviert. Die entsprechende Bescheinigung der Johanniter hängt an einer Stellwand aus. Die gesamte Teststation ist im Präsentationsraum des Unternehmens untergebracht.

Mund-Nasen-Schutz, Gesichtsvisier, Schutzhandschuhe, Schutzüberzug für den Oberkörper – für Leon und Judith Flackus ist erst einmal die passende Ausrüstung gefordert, wollen sie die Tests vornehmen. Eine gründliche Desinfektion ist ebenfalls obligatorisch. Da kann ein Test, auf dessen Ergebnis man gut 15 Minuten warten muss, schon mal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. „Und am Ende eines Tages fällt einiges an Müll an, den wir sonst nicht hatten“, ergänzt Harald Flackus.

Was Judith und Leon Flackus allerdings nicht dürfen: Die getesteten Mitarbeiter bekommen keine Bescheinigung ausgestellt. Wenn sie also nach Feierabend in der Stadt in einer Außengastronomie entspannen wollen, müssen sie vorher erneut einen Schnelltest machen, um eine notwendige Bescheinigung vorzeigen zu können.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“