Lena Bouman ist Fachbereichsleiterin Ausbildung bei der Handwerkskammer Rheinhessen. Foto: red

MAINZ – Was das Ausbildungsjahr 2021 angeht, so ist es das zweite vor dem Hintergrund von Corona. Nichtsdestotrotz beginnt im Spätsommer, spätestens im Herbst das neue Ausbildungsjahr. Wir sprachen mit Lena Bouman, Fachbereichsleiterin Ausbildung bei der Handwerkskammer Rheinhessen, darüber, was Jugendliche jetzt beachten sollten und was die Kammer ihnen bietet.

Frau Bouman, nach Ihren Rückmeldungen: Wie sind die Unternehmen bzw. Betriebe im vergangenen ersten Coronajahr mit dem Thema Ausbildung umgegangen?

LENA BOUMAN: Die Betriebe hatten im vergangenen Jahr weiterhin eine große Nachfrage nach Auszubildenden. Die Geschäfte liefen in den meisten Handwerksbetrieben weiter, stark betroffen von der Pandemie waren die Frisör- und Kosmetikbetriebe. Die Ausbildungsbereitschaft ist jedoch nach wie vor hoch. Die Betriebe suchen in allen Handwerksberufen dringend Nachwuchs. Aufgrund der Lockdown-Phasen in den Schulen sind jedoch im vergangenen Jahr die Ausbildungszahlen etwas zurück gegangen, weil zum einen Berufsorientierungsveranstaltungen als Schlüssel für den Weg in ein Ausbildungsverhältnis fast nicht stattfinden konnten.

Wie sehen aktuell die Aussichten für das im Herbst beginnende neue Ausbildungsjahr aus?

LENA BOUMAN: Wir sehen dem Herbst recht positiv entgegen, da unsere Betriebe interessierten Jugendlichen Ausbildungsplätze anbieten können. Unsere Aktivitäten als Handwerkskammer zur Gewinnung junger Menschen für das Handwerk konnten wir trotz Lockdown zu Beginn diesen Jahres durch digitale Informations-Veranstaltungen mit Einblicken in Ausbildungswerkstätten und Live-Erfahrungsberichten von rheinhessischen Auszubildenden umsetzen. Wir sind zuversichtlich, dass wir ab April in Präsenz in unserem MAKERSPACE #machdeinhandwerk im lulu in der Mainzer Innenstadt auch persönlich beraten können und Interessierte sich handwerklich ausprobieren können. Doch auch der Kontakt zu den Schulen und Bildungsträgern ist gut. Auch hier hoffen wir, dass zeitnah Beratung in ein Ausbildungsverhältnis persönlich stattfinden kann. Praktika im Handwerk sind übrigens für Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen und (Fach-)Abiturient:innen möglich. Ein Praktikum ist die beste Entscheidungshilfe für einen Beruf.

Halten sich die besonders von den Lockdowns betroffenen Frisöre oder auch andere Branchen vielleicht besonders zurück?

LENA BOUMAN: Die Frisöre stehen natürlich aktuell vor der großen Herausforderung, die „verlorene“ Zeit im Lockdown wieder aufzuholen. Jedoch möchten auch die Frisöre weiterhin ausbilden im neuen Ausbildungsjahr und bieten Ausbildungsplätze in Rheinhessen an.

Wo stehen die Chancen für künftige Auszubildende besonders gut?

LENA BOUMAN: Künftige Auszubildende sollten sich stets nach Interesse und Fähigkeiten für einen Ausbildungsberuf entscheiden. Im Handwerk stehen die Türen für engagierte junge Erwachsene jederzeit in den verschiedenen Gewerken offen, ob das nun der/die Parkettleger:in, Anlagenmechaniker:in SHK, Karosseriebauer:in, Maurer:in, Elektroniker:in oder Hörakustiker:inist… entscheidend ist, dass die junge Menschen dort ankommen, wo sie sich auch eine berufliche Zukunft grundsätzlich vorstellen können.

Was rät die Handwerkskammer den Jugendlichen allgemein, die sich jetzt Gedanken um ihre Ausbildung machen?

LENA BOUMAN: Unser wertvollster Tipp: Schnupperpraktika in Handwerksbetrieben nach individueller Interessenslage ausmachen. Wohnortnah in einem Handwerksbetrieb vorbeigehen und anfragen, ob ein Schnupperpraktikum beispielsweise in den Osterferien möglich ist. Die Handwerksbetriebe freuen sich über solch einen engagierten Erstkontakt. Ansonsten natürlich auch eine ordentliche Kurzbewerbung per E-Mail oder klassisch per Post. Die Coaches für betriebliche Ausbildung im Ausbildungs-Team bieten individuelle Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene, die im Sommer eine Ausbildung im Handwerk beginnen möchten.

Was bietet die Handwerkskammer konkret Ausbildungswilligen Jugendlichen an?

LENA BOUMAN: Coaches für betriebliche Ausbildung: individuelle Unterstützung auf dem Weg in eine Handwerksausbildung, einen Online-Treff am Mittwoch: Ausbildung im Handwerk unter www.hwk.de/infotreff2021. Individuelle Informationen zur Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk bietet das Ausbildungs-Team unter 06131-9992 494 oder E-Mail ausbildung@hwk.de.Für junge Menschen mit Migrationshintergrund: KAUSA Servicestelle Standort Rheinhessen (in der Handwerkskammer Rheinhessen ansässig), Tel. 06131-9992 495 oder kausa@rlp.de, Ab 10. April im lulu (ehemaliges Karstadt-Gebäude): MAKERSPACE #machdeinhandwerk – Handwerk mit Spaß erproben auf rund 450 Quadratmetern Fläche. Ausbildungsplätze in rheinhessischen Handwerksbetrieben sind zu finden auf www.hwk.de/ausbildungfinden. Für Lehrkräfte, Schulklassen und Gruppen bei Bildungsträgern bieten wir individuelle Berufsorientierungs-Veranstaltungen an – online oder in Präsenz, Kontakt: Katrin Telch, 06131-9992 368 oder E-Mail k.telch@hwk.de

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“