Wolfgang Bärnwick amtiert seit 100 Tagen als Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz. Foto: Rainer Oppenheimer

MAINZ – Seit 11. Dezember 2020 ist Wolfgang Bärnwick der Präsident des Landessportbunds Rheinland-Pfalz. Wir sprachen mit Bärnwick über die ersten 100 Tage im Amt.

Herr Bärnwick, Sie sind 100 Tage im Amt als Präsident des LSB. Wie ist Ihr Einstieg gelungen und wie sahen die ersten drei Monate im Verbandsalltag aus?

WOLFGANG BÄRNWICK: Da ich schon ab Anfang Oktober in viele tagungsaktuelle Vorgänge eingebunden war und mir die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr offen begegneten, war der Einstieg leicht. Das alles überlagernde Thema während den ersten 100 Tagen war und ist natürlich die Corona-Pandemie mit ihren großen Herausforderungen für den organisierten Sport in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit der Politik konnten wir gute und sinnvolle Lösungen für unsere 6000 Vereine auf den Weg bringen.

Welche Auswirkungen auf Ihre Aufgabe und den LSB im Gesamten hat die aktuelle Pandemie-Lage?

WOLFGANG BÄRNWICK: Die Inzidenzzahlen ändern sich tagtäglich. Das bedeutet, dass es unglaublich schwer ist, den Vereinen länger anhaltende Perspektiven aufzuzeigen. Der LSB hat ein Ampelsystem entworfen, das relativ sicher darstellt, wer wann mit wem und wo wieder Sporttreiben darf oder auch nicht – einzusehen auf der Homepage des LSB. Ein enger Austausch mit dem Ministerium des Innern und Sport ist seit Wochen unser tägliches Brot.

Bei Ihren Schwerpunkten für Ihre Arbeit priorisierten sie unter anderem den Neubau der Geschäftsstelle sowie in der Pflege in im Ausbau der guten Kontakte zum Ministerium. Die gezielte Förderung des Leistungssports ist ohnehin eine Hauptaufgabe eines Sportbundes. Das ist eine Fülle wichtiger und hoffentlich interessanter Aufgaben. Welche Schwerpunkte haben Sie zum Einstieg gesetzt?

WOLFGANG BÄRNWICK: Die Frage ist rasch beantwortet. Die aktuellen Prioritäten sind klar gesetzt: Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie, Neubau einer Geschäftsstelle und die Vorbereitung einer Satzungsänderung für die Mitgliederversammlung 2022. Und, die Kontakteins Ministerium sind wirklich gut und es herrscht ein großes gegenseitiges Verständnis und Vertrauen.

Was war zu Beginn die größte Herausforderung? Und was hat die meiste Zeit in Anspruch genommen?

WOLFGANG BÄRNWICK: Natürlich alles, was mit Corona und der Pandemie im Zusammenhang zu sehen ist.

Und was macht Ihnen schon aus kurzer Sicht am meisten Spaß?

WOLFGANG BÄRNWICK: Es ist die gesamte Arbeit beim LSB. Sie ist sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Ich engagiere mich für eine wichtige Sache. Und das fühlt sich gut an.

Was ist so der Unterschied im neuen Job zu Ihren Ämtern als Präsident des Tennisclubs Boehringer und der SpVgg Ingelheim?

WOLFGANG BÄRNWICK: Bei meinen vier bzw. zehn Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit beim TCB und der SpVgg hat das ehrenamtliche Präsidium mit weiteren ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen die gesamte Arbeit gestemmt. Beim LSB haben wir ein gut funktionierendes und hoch motiviertes Hauptamt, das eine klasse Arbeit leistet und professionell unterstützt. Auch was die Verantwortung für die Mitglieder anbetrifft, gibt es einen gravierenden Unterschied. Waren es beim Tennisclub ca. 1500 und bei der Spielvereinigung ca. 600 Mitglieder, so sind es beim LSB 1,4 Millionen. Und bestimmt sind es die verschiedenen Themen und Anliegen der knapp 100 Fachverbände, die einen gewaltigen Unterschied ausmachen.

Wie ist nun der Ausblick auf die kommenden Monate. Was wollen Sie bewirken und worauf legen Sie den Fokus gerade aus der Erkenntnis der ersten 100 Tage?

WOLFGANG BÄRNWICK: Der Sport hat eine große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Und umgekehrt. Der Sport muss eigenständig bleiben. Der organisierte Sport in RLP braucht jetzt neue und unbürokratische Sonderprogramme zur gegenwärtigen und zukünftigen Krisenbewältigung. Und dazu braucht der Sport in RLP die Politik. In regelmäßigen Gesprächen mit den Kollegen im Sportministerium fordern wir diese und zahlreiche weiteren Punkte ein. Der LSB mit seinen drei Sportbünden versteht sich als Interessensvertreter und Dienstleister für seine Vereine und Mitglieder. Und diesem Anspruch möchte auch ich gerecht werden.

Auch aus der Sicht der ersten drei Monate erneut die Frage: Was erwarten Sie sich von Ihrer Arbeit?

WOLFGANG BÄRNWICK: Zusammen mit meinen Kollegen und Kolleginnen beim LSB möchte ich das große Aufgabenpaket erfolgreich erledigen. Freuen würde ich mich, wenn dies dann auch die Anerkennung der Vereine und deren Mitglieder finden würde.

Äußern Sie ruhig einen Wunsch:

WOLFGANG BÄRNWICK: Ich wünsche mir, dass nun möglichst bald alle Impfwilligen geimpft werden und wieder mehr „Normalität“ in unser Leben einkehrt. Mehr Freude, mehr Freiheit, und auch wieder mehr Sport.

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