Die Breite Straße ist für Fahrradfahrer sehr gefährlich. Das Radkonzept sieht daher sichere Routen durch die Seitenstraßen vor. Foto: Silke Jungbluth-Sepp

GONSENHEIM – Der Ortsbeirat will ein Radverkehrskonzept für den Stadtteil auf den Weg bringen. Nachdem sich eine Arbeitsgruppe aller Fraktionen intensiv mit den Vorschlägen von Verkehrsplaner Armin Schulz beschäftigt hat, ist nun die Verwaltung am Zug. Schulz hat in Eigeninitiative eine Studie erstellt, die Radverkehrsprobleme im Stadtteil analysiert und Verbesserungsvorschläge macht. 

„Die Stadtteilroute kann ein Radwegenetz nicht ersetzen, sie führt an den Siedlungsschwerpunkten vorbei“, betonte er in der virtuellen Sitzung. Zwei Drittel der Gonsenheimer leben heute im Norden des Stadtteils, in Elsa, Krongarten und Gonsbachterrassen. Damit der Stadtteil per Rad gut erschlossen wird, setzt Schulz auf ein Basisnetz mit acht Routen, die die Ortsmitte über Canisiusstraße, Gerhart-Hauptmann-Straße oder Schulstraße erreichen. 

Insgesamt 55 organisatorische und bauliche Maßnahmen im Umfang von rund 3,1 Millionen Euro seien dazu notwendig, die sich mit Fördermitteln aus dem „Stadt und Land“-Bundesprogramm für die Stadt im besten Fall auf 575000 Euro drücken lassen. Voraussetzung: Die Maßnahmen müssen 2023 umgesetzt und abgerechnet sein. 

Hauptstraßen wie die Breite Straße spart er bei seinen Routen aus. „Die Breite Straße ist für Radwege zu eng – selbst wenn alle Parkplätze verschwinden würden.“  Er ist auch kein Befürworter der Schutzstreifen, wenn der Radfahranteil in Mainz von derzeit 21 Prozent weiter gesteigert werden soll. „Junge, sportliche und risikobereite“ Radfahrer kommen damit gut  zurecht, so Schulz. Umfragen zeigten aber, dass die Mehrheit der Radler baulich abgetrennte oder eigene Radwege haben wollen. 

„Das Sicherheitsbedürfnis ist sehr hoch.“ Schulz schlägt daher unter anderem vor, die Kurt-Schumacher-Straße in eine Fahrradstraße umzuwandeln – mit Freigabe für den Autoverkehr –  und die Gonsbachtalroute zu nutzen. 

In einem gemeinsamen Antrag fordern CDU, SPD, FDP und ÖDP die Stadt auf, ein Radkonzept auf Basis seiner Vorschläge vorzulegen, und „einvernehmlich“ mit Ortsbeirat, Bürgern und Gewerbeverein abzustimmen. Die Grünen forderten in einem eigenen Antrag die „Umverteilung des Straßenraums zugunsten des Rad- und Fußverkehrs“, fanden aber keine Unterstützung.

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