Klaus Delorme, Sohn von Karl Delorme, entrichtete bei der Preisverleihung ein Grußwort. Screenshot: Ralph Keim

MAINZ – In Erinnerung an Karl Delorme, Mainzer SPD-Vorsitzender, Bürgermeister und Sozialdezernent, hat die Mainzer SPD jetzt den Karl-Delorme-Preis 2021 verliehen. Die 2000 Euro Preisgeld teilen sich der FC Ente Bagdad und der Verein „Wohnsitzlos in Mainz“.

Die Corona-bedingt aufgezeichnete Preisverleihung wurde über die Facebookseite der Mainzer SPD gezeigt. Ministerin Doris Ahnen, SPD-Vorsitzender Johannes Klomann, Oberbürgermeister Michael Ebling und Klaus Delorme, der Sohn des am 12. März 2011 verstorbenen SPD-Politikers, stellten die Preisträger vor. Kurze Einspielfilme skizzierten das Wirken und das Engagement der beiden Preisträger. Vergeben wird der Karl-Delorme-Preis an Vereine und Initiativen, die sich ganz besonders für den sozialen Zusammenhalt engagieren. Es war das dritte mal, dass der Preis vergeben wurde.

Nathalie Böhm und Theresa Lotichius vom Vorstand des Vereins Wohnsitzlos in Mainz nahmen den Preis entgegen. Screenshot: Ralph Keim

Der Name „Wohnsitzlos in Mainz e.V.“ ist Programm. Der 2018 gegründete Verein unter dem Vorsitz von Nathalie Böhm kümmert sich um die Belange von wohnsitzlosen und hilfsbedürftigen Menschen, wobei die Aktiven des Vereins explizit auf die Würde dieser Männer und Frauen achtet.

Eine Erfolgsgeschichte des Vereins sind die von der Bevölkerung gespendeten Gutscheine, die Wohnsitzlose und Bedürftige in Gaststätten und sonstigen gastronomischen Einrichtungen einlösen können. Bislang sind, so Johannes Klomann, rund 10000 Gutscheine im Gesamtwert von etwa 75000 Euro gespendet worden. Weitere Informationen gibt es unter www.wohnsitzlos-in-mainz.de.

1973 wurde der Fußballverein FC Ente Bagdad gegründet. Bei diesem Verein ist das Kicken ein ausgezeichneter Weg hin zu Integration. Unter dem Motto „You’ll never watschel alone“ stehen Werte wie Toleranz, Respekt, Spaß und Engagement im Mittelpunkt. Die Herkunft, die Kultur, Hautfarbe, Alter, Religion, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität der Aktiven spielen dabei keine Rolle.

Nicht nur Ente Bagdad-Trainer Ronald Uhlich freut sich für seinen Verein. Screenshot: Ralph Keim

Seit vielen Jahren engagiert sich der Verein auch im Rahmen der „!NieWieder“-Initiative gegen Antisemitismus und das Vergessen und für Gemeinsamkeit und Vielfalt. Dafür wurde der FC Ente Bagdad 2019 mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet. Weitere Informationen gibt es unter www.ente-bagdad.de.

Karl Delorme kam am 23. Januar 1920 in Mainz zur Welt. Unter anderem amtierte er ab 1957 als hauptamtlicher Beigeordneter für Soziales und Wohnungswesen. Von 1960 bis 1976 war er Mainzer SPD-Vorsitzender. Er gilt als der „Erfinder“ der Johannisnacht und des Open-Ohr-Festivals. Untrennbar verbunden mit dem Namen Karl Delorme ist auch die Sanierung der südlichen Mainzer Altstadt, für die 1972 eigens ein Sanierungsamt unter seiner Leitung eingerichtet wurde. Von 1983 bis 1987 war Karl Delorme zudem Mitglied des Deutschen Bundestages. 

Teilen
Vorheriger ArtikelGerade jetzt lokal einkaufen
Nächster ArtikelBegegnung online schaffen
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“