Das Schild weist den Weg: Hier geht es zum Impfzentrum in Ingelheim. Foto: Kreisverwaltung/Lara Dreesbach

INGELHEIM – Zwei Personen stehen früh am Morgen vor dem Impfzentrum in Ingelheim. Sie tragen ihre Security-Uniform, in der Hand eine Liste mit den heutigen Impfwilligen. Die beiden Mitarbeiter begrüßen die Impfkandidaten, überprüfen Name und Termindatum und geben erste Anweisungen. Nacheinander bitten sie die Impfwilligen auf das Gelände. 

Neben Personen aus der Prioritätsgruppe eins sind heute erstmals auch Menschen bestimmter Berufsgruppen wie Lehrerinnen und Lehrer dabei. Diese reihen sich vor dem Haupteingang des Gebäudes ein, halten Abstand. In den Händen halten sie ihre Ausweisdokumente. Vor dem Betreten wird noch einmal genau geprüft, ob sie tatsächlich zur impfberechtigten Gruppe zählen. Noch schnell Fieber messen und dann geht es rein. 

„Manchmal kommen Menschen zu uns, die unberechtigterweise einen Termin erhalten haben. Bei der Überprüfung der Daten durch unsere Mitarbeiter vor Ort stellt sich dann aber heraus, dass diese Personen in der Prioritätsreihenfolge eigentlich noch nicht dran sind“, erklärt Mathias Hirsch, Leiter des Mainz-Binger Impfzentrums. 

Bislang hatten zum Beispiel ausschließlich die über 80-Jährigen, Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten oder Rettungsdienstmitarbeiter aus der Gruppe eins Anspruch auf eine Impfung. Jetzt sind auch Personen aus der Gruppe zwei – darunter Lehrkräfte – impfberechtigt. 

Im Gebäude selbst schaut Mathias Hirsch nach dem Rechten, koordiniert die Abläufe. Ein Blick auf den Computer verrät: Heute stehen rund 500 Impfungen an, Tendenz steigend, bis zu 600 Impfungen täglich sind in Sicht. In der vergangenen Woche waren das noch durchschnittlich 300 Impfungen täglich. Im Wartebereich sitzen bereits die ersten Impfwilligen, hier werden Allergien und Unverträglichkeiten abgefragt. Ein Mann in Uniform hilft einer zierlichen älteren Dame geduldig beim Ausfüllen des Fragebogens. Es handelt sich um einen Bundeswehrsoldaten – einer von insgesamt acht, die momentan im Impfzentrum mitanpacken. 

Steht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll in zwei Schichten geimpft werden. Foto:
Kreisverwaltung/Bardo Faust

Nach einer letzten Aufklärung werden die Impfberechtigten über den Gang zum schützenden Piks begleitet – „Impflinie 1“ steht auf dem Schild. Aktuell werden die Seren von Biontech und Astrazeneca verimpft, eine Trennung erfolge in den sogenannten „Impflinien“, erklärt Hirsch. Für die älteren Personen ab 65 bleibt nach wie vor der Impfstoff von Biontech reserviert. Die eine oder andere Diskussion hierzu bleibt nicht aus. 

Anfangs war die Skepsis gegenüber Astrazeneca noch größer, das habe sich mittlerweile aber beruhigt. Die Meisten seien froh, überhaupt einen Impfstoff zu bekommen. „Mit beiden Seren erhalten die Bürgerinnen und Bürger einen sehr guten Schutz.“ 

Am Ende des Tages werden überschüssige Impfdosen kurzfristig an Personen verimpft, die ebenfalls zur berechtigten Gruppe gehören. Und wie sieht es eigentlich mit den mobilen Impfteams aus, die zum Impfen in den Alten- und Pflegeheimen eingesetzt sind? In den Heimen sei fast durchgeimpft. Deshalb werden die mobilen Teams in Zukunft auch Einrichtungen der Eingliederungshilfe versorgen, erklärt Becker. 

Im Impfzentrum herrscht mittlerweile Hochbetrieb. In zwei Impfstraßen arbeitet die gesamte Belegschaft parallel zueinander. Im Minutentakt treffen neue Impfwillige ein, andere haben die Impfung bereits hinter sich. So auch ein älteres Ehepaar, das gerade aus einer Impfkabine kommt – sichtlich erleichtert. Zur Nachbeobachtung werden sie in einen letzten Raum geführt, bevor sie das Impfzentrum wieder verlassen. 

Trotz der vielen Arbeit läuft alles ruhig und organisiert ab. Sofern über die bisherigen Kapazitäten hinaus mehr Impfstoff zur Verfügung steht, soll in einen Zwei-Schicht-Betrieb bis in die späten Abendstunden gewechselt werden. Dann werde auch der Samstag als zusätzlicher Arbeitstag eingeplant. „Ohne den großen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen geht es nicht. Was hier geleistet wird, ist beachtlich“, lobt Mathias Hirsch. 

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