Der Künstler Denis Wittberg freut sich auf die drei Auftritte im Sommer. Foto: ulrich-wolf.de

MAINZ – Zu den Leidtragenden der seit einem Jahr anherrschenden Corona-Pandemie gehören die Kulturschaffenden. Konzerte sind beispielsweise seit Monaten erneut nicht möglich. Mit Hoffnung schaut man daher auf den nahenden Sommer. Darüber sprachen wir mit dem Sänger Denis Wittberg, der mit seinen „Schellack-Solisten“ am 22. Mai und am 10. Juli Auftritte in Mainz geplant hat.

Herr Wittberg, wie viele Auftritte hätten Sie 2020 gehabt, hätte es Corona nie gegeben?

DENIS WITTBERG: Es wären 32 Konzerte gewesen, welche wir immer wieder nach hinten verschoben haben, um dann letztendlich doch alle Konzerte auf 2021 verlegen zu müssen. Dies war nicht immer einfach, weil eben ein ganzes Orchester mit ins Boot geholt werden musste. Das hat aber sehr gut funktioniert.

Wie viele Auftritte hatten Sie tatsächlich?

DENIS WITTBERG: Es waren in der Tat drei Konzerte in 2020: eines im Bischofsheimer Bürgerhaus, eines auf der Mainzer Zitadelle im Rahmen eines wundervollen 20er-Jahre- Abends und ein Konzert in Bad-Ems, welches komplett ausverkauft war – selbstverständlich nach Coronabestimmungen. Wir hatten großes Glück, dass die Mainzer Fastnacht, in der ich mitunter auch wieder tätig bin, nämlich bei den Mombacher Bohnebeitel, einschließlich zweier SWR-Fernsehaufzeichnungen, noch stattfinden konnten. Begleitet wurde ich übrigens bei den Mombacher Bohnebeitel nicht von den Schellack-Solisten, sondern von Katrin und Christina Becht, zwei Frauen, die jede für sich sehr erfolgreich ist.

Wann und wo hatten Sie den letzten Auftritt?

DENIS WITTBERG: Das letzte Konzert war im Oktober 2020 in Bad-Ems im Rahmen von „Festival gegen den Strom“. Das ist schon eine sehr lange Zeit her.

Wie sind Sie durch das Jahr 2020 gekommen?

DENIS WITTBERG: Ausgesprochen gut, außer dass es keine oder nur wenige Gastspiele gab. Ich hatte viel Zeit, um Auftritte für 2022 und 2023 zu organisieren und neue interessante Kontakte zu knüpfen, was auch sehr gut gelang. Wir sind mit unseren Planungen schon im Jahr 2023. Dann werden wir unser 20-jähriges Bestehen feiern.

Haben Sie staatliche Hilfe in Anspruch genommen?

Auch „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten“ mussten in den vergangenen zwölf Monaten etliche Konzerte absagen. Foto: ulrich-wolf.de

DENIS WITTBERG: Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich meinen Beruf als Gestalter des visuellen Marketing nicht aufgegeben habe. Drei Tage in der Woche übe ich diesen Beruf in Frankfurt aus. Den Rest der Woche verbringe mit Aquise, also Veranstalter anrufen und das Produkt „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten“ dem Veranstalter wohlwollend ans Herz legen. Staatliche Hilfe zu erhalten, war nicht möglich, da wir keine Fixkosten wie Mietkosten, geltend machen konnten. Und der Verdienstausfall, der Ausfall der Gagen wird nicht berücksichtigt.

Wie ist es um Ihre Kollegen von den „Schellack-Solisten“ bestellt?

DENIS WITTBERG: Meine Musiker traf es natürlich mitten ins Herz: keine Auftritte und keine Proben. Somit auch keinerlei Einkünfte durch Gagen. Nur soweit es ging, war ab und zu Online-Unterricht möglich, der immer stärker ausgebaut wurde. Dies ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem regulären Unterricht, wie man es vor Corona kannte, sondern viel anstrengender.

Sie haben im Mai in den Kammerspielen und im Juli im Hof des Kurfürstlichen Schlosses Auftritt ein Mainz geplant. Wie hoch ist der Unsicherheitsfaktor, dass diese Auftritte tatsächlich stattfinden können?

DENIS WITTBERG: Bei unserem Konzert in den Mainzer Kammerspielen am 22. Mai könnte ich mir vorstellen, dass es funktioniert. Allerdings nicht vor vollem Haus, sondern mit abgespecktem Publikum und auf Abstand. Es werden die gesetzlichen Regeln vorschreiben, mit wie vielen Gästen am 22. Mai tatsächlich gespielt werden darf. Bei unserem Open-Air in Mainz am 10. Juli sehe ich keine Probleme. Dies wurde letztes Jahr schon ausprobiert und wird auch dieses Jahr wieder nach Corona-Richtlinien sehr gut funktionieren. Wir freuen uns schon sehr darauf.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“