MAINZ – Die CDU-Fraktion im Stadtrat sieht in dem Ausbau des Carsharing-Angebots einen wichtigen Weg zur Verkehrswende. Sie bedauert aber, dass die Stadt mit ihrem stationsgebundenen System und die Vergabe an Book-n-drive ein lokales Monopol schaffe, das weder die erforderliche Flexibilität noch ein attraktives Preismodell garantiere, so der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Gerster. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich die Stadt an ein Unternehmen bindet. Auch hier ist Konkurrenz wichtig für eine marktgerechte und faire Preisgestaltung.“

Weiterhin bedauere er, dass lediglich ein stationsgebundenes System implementiert werde. „Wenn Carsharing tatsächlich als Alternative für ein eigenes Auto attraktiv sein soll, dann braucht es das flexible, fahrzeuggebundene System“, erklärt Gerster weiter. Dieses ist ein System, bei dem der Nutzer per App ein Fahrzeug suchen und dieses auf jedem freien Parkplatz abstellen kann. Die Verkehrsumfragen der letzten Jahre zeigen, dass die Menschen individuelle Mobilität bevorzugen.

80 Prozent der Mainzerinnen und Mainzer ziehen ihr eigenes KFZ oder Fahrrad dem ÖPNV vor. Auch der Einbruch der MVG MeinRad-Nutzung nach Einführung der Free-Float-Nutzung der Elektrorollerbeweise dies.

Auch die CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel hält es für angebracht, sich nicht auf ein System und einen Anbieter festzulegen. „Die Systeme müssen den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen“, erklärt Flegel. Für manche Nutzer ist eher ein stationsgebundenes System geeignet, für andere eher ein Free-Float-System. „Die beiden Angebote können sich optimal ergänzen“, so Flegel. Gerster kommt zu dem Schluss, dass es flexible Systeme mit einer attraktiven Preisgestaltung brauche, wenn Carsharing Erfolg haben solle. „Die Gestaltung des Carsharing in Mainz erweckt den Eindruck, dass lediglich zwei Ziele verfolgt werden: eine Nutzung desselben möglichst zu vermeiden und möglichst viele freie Parkplätze zu vernichten.“

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