Das A-Team des TC Rot-Weiss Casino aus der Zeit vor Corona. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Beim aktuellen Lockdown ging es über viele Wochen unter anderem darum, dass die Frisöre doch bald wieder öffnen mögen. Aber es sind auch und immer noch die Vereine, die zu leiden haben. Beispielsweise der Tanz-Club Rot-Weiss Casino, der vom Einstellen des Ligabetriebs betroffen ist. Wir sprachen dazu mit Präsident Markus Mengelkamp.

Die beiden TC-Trainer Yvonne Scheller und Markus Mengelkamp, der auch als Präsident des Vereins amtiert. Foto: red

Herr Mengelkamp, kein Tanzen in der 1. Liga, kein Tanzen in der 2. Liga – wie viele Aktive sind davon in Ihrem Verein betroffen?

MARKUS MENGELKAMP: Die Standardformation besteht aktuell aus 24 Mitgliedern und den beiden Trainern. Da in Mainz das Teamtraining direkt nach dem Trainingslager Mitte Oktober wieder untersagt wurde, trifft sich das Team zweimal die Woche zu den regulären Trainingszeiten online, unterhält sich und trainiert so weit als möglich tänzerische Bewegungen. Das Team stand ja eigentlich in den Startlöchern zur neuen Saison, bis die Absage durch die Mitgliedsvereine der 2. Bundesliga kam. Die Absage war natürlich aufgrund der Pandemielage abzusehen, aber auch weil die 1. Bundesliga abgesagt wurde und es keinen Auf- und Abstieg geben würde.

Wie sehen Sie die Perspektiven im Verein, wenn der Ligabetrieb frühestens im Winter 2022 wieder startet?

MARKUS MENGELKAMP: Laut Deutschem Tanzsportverband soll der Ligabetrieb wieder regulär im Januar 2022 beginnen. Sobald der Sportbetrieb wieder erlaubt wird, werden die Formation wie auch die anderen Turnier- und Hobbygruppen wie im letzten Jahr unter den Auflagen und mit den funktionierenden Hygienekonzepten wieder beginnen zu tanzen. Allerdings müssen neue Zeiten, Hallen und Räume erst mit dem Sportamt und den Bürgerhäusern abgesprochen werden. Der Verein hat selber nur seinen Clubraum in Gonsenheim, der für den Sportbetrieb nicht ausreicht.

Wie sieht es in der Praxis aus?

MARKUS MENGELKAMP: Die Mannschaft wird das Training für ihre neue Choreographie dann wieder aufnehmen. Der Verein und das Team hatten für die neue Saison eine neue Musik produzieren lassen und eine neue Choreographie erstellt. Die neu angefertigten Kleider hängen im Keller bereit.

Wie sieht die Perspektive des Tanz-Clubs aus?

MARKUS MENGELKAMP: Plan war und bleibt, in der 2. Bundesliga die Tabellenspitze zu ertanzen und dann auf dem Qualifikationsturnier im Mai 2022 in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Dieses Ziel ist für die Tänzerinnen und Tänzer seit dem Ende der letzten Ligasaison Motivation und Ansporn. Jetzt halt noch ein Jahr länger abwarten zu müssen, zerrt auch an den Nerven. Die Trainer sind aber glücklich, dass das Team wohl zusammenbleibt. Aber weitere interessierte Tänzerinnen und Tänzer sind bei Trainingsstart gerne eingeladen, einzusteigen. Die Planungen für die nächste Saison laufen, die ersten Termine in 2022 stehen schon fest. Termine für Trainingslager und die Premierenshow müssen avisiert werden.

Funktioniert das von Ihnen angesprochene Online-Training gut?

MARKUS MENGELKAMP: Es wird sehr gut angenommen. Wir haben jeden Tag in der Woche verschiedene Angebote. Einzelne Gruppen konnten wir komplett online abbilden und betreuen. Einige Soloangebote haben mehr Online-Teilnehmer als die Präsenztermine zuvor.

Wie sehen die Aktivitäten im Verein aus, wenn es wieder Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen geben wird?

MARKUS MENGELKAMP: Das hängt von den Auflagen und Regelungen seitens der Stadtverwaltung. Wenn es so wie letzten Sommer wird, dann können wir stufenweise, je nach Anzahl der Teilnehmer, die Gruppen wieder starten. Das Hygienekonzept des Vereins mit Online-Anmeldungen, Nachverfolgungsmöglichkeit, Abständen, Zugangsregelungen etc. hat gut funktioniert.

Rauschende Tanzbälle in festlich geschmückten Sälen mit vielen Teilnehmern und Besuchern – geben Sie dem mittelfristig eine Chance?

MARKUS MENGELKAMP: Das hängt sehr vom weiteren Verlauf den Pandemie ab und davon, ob und wann Veranstaltungen mit Publikum erlaubt werden. Wir richten im September die Landesmeisterschaften in den Standardtänzen aus, gerne mit dem Ball des Weines im neuen Bürgerhaus Finthen. Unser Verein ist durch die jahrzehntelange Erfahrung geübt, auch kurzfristig einen Ball zu organisieren. Wir hoffen, dass, sollten Tanzveranstaltungen wieder erlaubt sein, viele wieder Vergnügen am Tanzen finden und wieder Lust haben, im Verein regelmäßig zu tanzen.

Wie ist es um die Zahl der Mitglieder bestellt?

MARKUS MENGELKAMP: Leider haben wir auch mehr Mitglieder verloren als in den vergangenen Jahren. Dazu haben wir aber schon ein Konzept in der Schublade, um mit neuen Angeboten und Gruppen Mitglieder zum Tanzen zu gewinnen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“