Die drei Protokoller vom Stadion. Screenshot: Ralph Keim

MAINZ – Eine Fastnachtssitzung aus dem Stadion des Fußballbundesligisten Mainz 05?! Dass da noch keiner früher draufgekommen ist. Erst Corona musste kommen, damit sich der GCV, der MCC und die Mainzer Prinzengarde mit Mainz 05 zusammentaten, um aus der 05-Arena ein närrisches Gag-Feuerwerk abzufeuern – teils live, teils vorproduziert. 

Die Korporationen stellten dazu die Aktiven und die Kreativität, der Bundesligist die größte Veranstaltungslocation, die Mainz zu bieten hat. Zuschauer im Stadion war angesichts der Pandemie-Entwicklung der vergangenen Monate und der damit verbundenen Corona-Verordnungen allerdings nicht möglich.

Durch die Stadionsitzung führte 05-Stadionsprecher Andreas Bockius. Screenshot: Ralph Keim

Die erste, über Youtube übertragene Mainzer Stadionsitzung hatte im Laufe der zwei Stunden zum Teil weit über 7000 Livezuschauer aus ganz Deutschland und den zugeschalteten Nachbarländern.  Durch das Programm führte live – wer sonst?! – 05-Stadionsprecher Andreas Bockius. Der ließ sich nach dem Einzug mit Prinzengarde-Trommlern erst einmal über Corona und die Folgen aus. Später gab es selbstverständlich auch den Auftritt des Duos „Doppelbock“, bestehend aus Andreas und Matthias Bockius.

Garant für Kokolores pur: Jürgen Wiesmann als „Ernst Lustig“. Screenshot: Ralph Keim

Das bekannte „Wir sind Mainzer“ von Oliver Mager passte bei dieser Sitzung auch deshalb, kommt doch darin die Passage „…in der Arena…“ vor. Ein Protokoll der besonderen Art: Jürgen Wiesmann (diesmal nicht als „Ernst Lustig“), Peter Büttner und Peter Gottron legten gemeinsam ihre Finger auf so manche Wunde der Gesellschaft. Und sie haben ausgemacht, warum die Nullfünfer in dieser Saison so schlecht spielen: Die Kicker kommen nämlich nicht mehr pünktlich zum Training, seit in der Stadt Tempo 30 gilt. Wer ist also schuld an der 05-Misere? Verkehrsdezernentin Katrin Eder. 

Jürgen Wiesmann kam später noch einmal in seiner Paraderolle als „Ernst Lustig“ zurück. Einfach klasse war der Auftritt von Johannes Bersch als SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, bei dem er dessen leere Phrasen köstlich bloßstellte. 

Eine Klasse für sich: Johannes Bersch als Karl Lauterbach. Screenshot: Ralph Keim

Selbstverständlich gab es auch viel närrisches zu und über Mainz 05: Ein Bericht aus den Katakomben des Stadions brachte beispielsweise zutage, dass dort ein vergessener Eintracht-Fan hauste, der erst einmal eine mit Senf gefüllte Kreppel bekam, bevor er wieder Tageslicht sehen durfte. 

Splittscreen sorgte für Abstand beim Auftritt des GCV-Balletts. Screenshot: Ralph Keim

Von der Mannschaft und dem Stab selbst gab es allerdings nichts zu sehen: Regeneration nach dem anstregenden Leverkusen-Spiel und Vorbereitung auf die kommende Partie auswärts gegen Gladbach, hieß es auf die entsprechende Nachfrage im Live-Chat. Verständlich, schließlich braucht die Mannschaft noch etliche Punkte, will sie die Abstiegsplätze noch verlassen.

Doch wie hieß es an diesem Abend? Auch bei einem Abstieg gilt: You’ll never walk alone.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“