Live aus Mainz: Sekt-Expertin Marie-Luise Raumland, Daniel Vetter und KCK-Präsident Dirk Loomans (von links) während der Närrischen Weinprobe. Screenshot: Ralph Keim

MAINZ – Fastnacht ohne den Karneval-Club Kastel? Unmöglich! Auch in den schwierigen Zeiten von Corona kein Beitrag des KCK? Ebenfalls unmöglich! Da am Medium Internet in dieser Kampagne nichts vorbeiführt, hat sich auch der KCK etwas besonderes einfallen lassen, um seine Fans zu begeistern. Das Ergebnis war eine aus Mainz live gesendete, von Daniel Vetter moderierte Närrische Online-Weinprobe, die es in sich hatte, inklusive Home-Schunkeling.

Denn mit dem Schunkel-Klassiker „Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wäre“ startete die KCK-Weinprobe, die auf Youtube auf Anhieb 700 Live-Zuschauer hatte. Und 700 Weinpakete waren es, die der KCK bundesweit hat verschicken oder in Mainz abholen lassen. Die waren gefüllt mit feinen Tröpfchen für jeden Geschmack – beginnend mit einem Sekt aus Flörsheim-Dalsheim, über einen Weißen Burgunder aus Kostheim bis hin zu einem Ingelheimer Spätburgunder. Die jeweiligen Winzer präsentierten ihre Weine und lieferten den Zuschauern einige interessante Fakten.

Die „Hübbsche Bübbsche“ aus Laubenheim. Screenshot: Ralph Keim

Das Rahmenprogramm war live, teilweise im Studio 11 im Rolf-Braun-Haus des KCK in Kastel vorproduziert worden, beispielsweise der Auftritt der „Hübbsche Bübbsche“ von den Schwarzen Gesellen in Laubenheim. Nicht die Trumps, sondern die legendären „Tramps aus de Palz“ stellten Reinhard Schwarz und KCK-Präsident Dirk Loomans dar. Das typische Mainz-Gefühl brachte mit ihrem gleichnamigen Lied Nadine Meurer per Streaming in die weite Welt. Und auch die KCK-Kammersänger und die „Alternativen Bänkelsänger“ (Wolfgang Heitz und Klaus Eckert) ernteten im Live-Chat viel Lob.

Kokolores durfte auch bei der Närrischen Weinprobe nicht fehlen: Alexander Leber als Polizist zeigte sich im Corona-Stress – und im Verkehrskontrolle-Stress, seitdem Rentner mit ihren Rollatoren auf der Rheinstraße, wo ja bekanntlich Tempo 30 gilt, schon so einige Male den Linienbus überholt haben.

Gewohnt brillant als Protokoller: Bardo Frosch. Screenshot: Ralph Keim

Zu den geschliffenen KCK-Rednern zählt Bardo Frosch, dessen Protokoll in Zeiten des Virus von Corona geprägt war: Der Impfstoff kommt aus Meenz und weckt die Lebensgeister. „Corona, mir grien dich schon noch kaputt“, prophezeite er. Brandaktuell hatte Bardo Frosch in seinen Vortrag das wenige Stunden vorher sensationell erkämpfte 2:2 der Nullfünfer in Leverkusen eingebaut.

Nicht als „Deutscher Michel“, sondern als Winzer trat Bernhard Knab auf. Screenshot: Ralph Keim

Nicht als „Deutscher Michel“, sondern ungewohnt als rheinhessischer Winzer betrat – ebenfalls live – Bernhard Knab die Bütt. Sein Loblied auf den rheinhessischen Wein war Extraklasse: „Wer nach Mitternacht noch einen hebt, hat diese Woiprob überlebt.“

Beste Stimmung herrschte auch im Kommentar-Chat, wo die närrischen Grüße sogar aus Regionen eintrafen, die nicht unbedingt für Fastnacht bekannt sind, beispielsweise aus Wolfsburg, Buxtehude oder auch Ingolstadt.

Schließlich gab es ein leicht melancholisches „Wir sehen uns 2022“- dann aber hoffentlich wieder wieder im Kurfürstlichen Schloss oder in der Rheingoldhalle. Denn es geht doch nichts über die Fastnachtssitzung im Saal.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“