Die FNL-Online-Sitzung war super. Aber dennoch hoffen alle auf ein Wiedersehen 2022 im Saal. Screenshot: Ralph Keim

LERCHENBERG – Einige Fastnachtskorporationen haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie in Zeiten der Corona-Pandemie, die reguläre Saalfastnacht unmöglich macht, dennoch Frohsinn verbreiten können – eben online. Die Franziskus-Narren Lerchenberg (FNL) gingen in dieser Kampagne ebenfalls online – und das mit vollem Erfolg. Aber selbstverständlich in der Hoffnung, dass die Gag-Raketen in einem Jahr wieder im Saal gezündet werden können.

Unter dem Motto „Die Fastnacht macht Corona-Pause, da kommt die Sitzung halt nach Hause“ boten die Narren der Katholischen Pfarrgemeinde vergnügliche Stunden. Das auf Youtube übertragene Online-Vergnügen, durch das FNL-Sitzungspräsident Matthias Zackl führte, hatte immerhin mehr als 230 Livezuschauer, sogar aus Dresden, das ja kaum als Fastnachtshochburg gilt.

Coronakonform dank Splittscreen, was vorher einzeln aufgenommen werden musste. Screenshot: Ralph Keim

Und wie bei diesen gestreamten Sitzungen üblich, waren die einzelnen Beiträge vorproduziert. Bei den Franziskus-Narren jedoch nicht alle: Die Übergabe des Stadtordens durch Ortsvorsteherin Sissi Westrich und FNL-Sitzungspräsident Matthias Zackl ging live und coronakonform auf Abstand über die Bühne. Der Stadtorden ging an das Komitee-Mitglied Markus Gillenberger, der sich engagiert um die Nachwuchsförderung kümmert, bei den „Kerche-Kids“ mit organisiert und auch selbst schon als „Ortsbeiratsmitglied“ in der FNL-Bütt stand.

Ergänzend dazu hatte Sitzungspräsident Zackl den „Vorstadtorden“ ins Leben gerufen, mit dem er sich bei denen bedankte, die seit vielen Jahren im Hintergrund tätig sind und vom Publikum nicht so wahrgenommen werden. Dieses Jahr gingen zwei Orden an Constantin und Jonathan Zackl, die sich seit 2009 engagieren, zunächst mehrere Jahre als Zeremonienmeister und Büttenschieber, später in Technik und Beleuchtung.

Die Kindergarten-Kids bereicherten die Sitzung in Pippi-Langstrumpf-Optik. Screenshot: Ralph Keim

Während der Online-Sitzung gab es noch weitere Live-Einschnitte, beispielsweise mit den Moderationen von Matthias Zackl, was das Technikteam vor große Herausforderungen stellte. Das vorproduzierte Programm war eine gelungene Mischung aus musikalischen Beiträgen, beispielsweise von den Jungen und Mädchen des Kindergartens und Vorträgen. Werner Keggenhoff zog als Protokoller ein Fazit der vergangenen Monate. Christa Schmahl, die seit 2 mal 11 Jahren auf der SNL-Bühne steht, hat ihr Herz an die Fassenacht verloren. Doch ein Vortragohne Publikum – das war auch für sie eine Herausforderung.

Werner Keggenhoff zog als Protokoller ein Fazit der vergangenen Monate. Screenshot: Ralph Keim

Jürgen Meißner berichtete als „Engel Moguntius“ in närrisch-himmlischer Art und Weise von den Ereignissen der vergangenen Monate: Infiziert? Kein Problem, wenn es der Narren-Virus ist. Und das Corona-Virus kriegt uns nicht kaputt! Als Engel zeigt er sich angesichts der sogenannten Querdenker doch ziemlich entsetzt.

Mit den „Disharmonists“ steuerte die FNL-Online-Sitzung auf das Finale zu. Die acht Sängerinnen und Sänger wurden einzelnen aufgenommen und per Splittscreen eingespielt. Dasselbe galt auch für den fulminanten Auftritt der KJDler. Diese Herausforderung muss man erst einmal hinbekommen.

Entsprechend positiv und begeistert fielen denn auch die Zuschauer-Kommentare aus, die diese per WhatsApp schicken konnten, teilweise sogar mit Fotos. Diese Kommentare wurden ebenfalls live eingespielt.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“