Programmchef Andreas Gladden (links) und FCV-Vorsitzender Volker Conradi. Archivfoto: FCV

FINTHEN – Normalerweise wäre die Saalfastnacht jetzt im vollen Gange. Doch Corona hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und auch die bekannten und beliebten Straßenumzüge gibt es in dieser Kampagne nicht. Doch die Narren in der Region verzagen nicht, auch nicht beim Finther Carneval-Verein (FCV).

„Eine offizielle Absage der Kampagne hat es eigentlich nicht gegeben. Dies ist nur die Schlussfolgerung aus den Corona-Verordnungen des Landes“, erklärt FCV-Präsident Volker Conradi die Situation. „Jeder Verein hat für sich entscheiden müssen, seine Veranstaltungen abzusagen.“ Der FCV-Vorstand habe sich dazu bereits Mitte September beraten. „Wir haben uns einstimmig für eine Absage der gesamten Kampagne entschieden, weil das Risiko uns zu hocherschien. Leider haben wir recht behalten.“

Davon betroffen ist auch der „VR Bank – Zug der Finther Lebensfreude“, den es in diesem Jahr an Fastnachtsonntag definitiv nicht geben wird. „Das schmerzt sehr, da der Zug den fastnachtlichen Höhepunkt markiert und ein toller Imageträger für Finthen ist. Andererseits sparen wir erhebliche Kosten, denn der Zug ist defizitär. Das Geld können wir nun für eine neue Saal- und Bühnendeko im neuen Bürgerhaus verwenden. Das hätten wir sonst auf Etappen machen müssen“, so FCV-Präsident Conradi weiter.

Ob der Zug nachgeholt wird, sei im Vorstand noch nicht erörtert worden. Conradi muss möglicherweise aufkommende Hoffnungen daber dämpfen. „Der Aufwand ist immens.“ Der FCV-Präsident geht daher nicht von einem Nachholen aus. Langweilig werde es allerdings nicht. „Wir  werden in Kürze bereits die Veranstaltungen für unsere Jubiläumskampagne 2022 terminieren. Der FCV feiert dann nämlich sein 75-jähriges Bestehen.“

Ganz auf die Kampagne verzichtet der FCV allerdings auch in diesen schwierigen Zeiten nicht. Wie etliche Korporationen hat auch der FCV seine Aktivitäten in Digitale verlagert. Bereits am 1. Januar hat der Verein das „Finther Narrenmanifest“ online gestellt, das die Narren über Facebook und die FCV-Internetseite auf die Finther Fastnacht einschwört. Für diejenigen ohne Internetzugang lagen die 11 närrischen Gesetze in einigen Finther Geschäften aus.

Programmchef Andreas Gladden freut sich schon auf die Fernsehsitzung an Fastnachtfreitag, die ja coronagerecht über die Bühne gehen soll und die er zusammen mit seiner Ehefrau zuhause genießen will. „Für Fastnachtsonntag planen wir eine Aktion entlang der Zugstrecke. Vielleicht können wir damit ein wenig Zug-Flair in Finthens Straßen bringen.“ Der FCV hofft auf geschmückte Häuser, wie es auch sonst zum Umzug üblich. Die Aktion soll dann ebenfalls online begleitet werden.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“