Trotz der Krise blickt der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein optimistisch in die Zukunft. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU – Trotz Pandemie und zweiten Lockdowns blickt Ralf Kehrein (SPD) mit Optimismus in die Zukunft. Die Lokale hat mit dem Weisenauer Ortsvorsteher gesprochen.

Lokale: Welches Fazit ziehen Sie für Weisenau für das Jahr 2020, Herr Kehrein?

Ralf Kehrein: Bis Fastnacht war die Welt noch weitgehend in Ordnung. Dann schalteten wir in den Krisenmodus. Eine herausfordernde Zeit, in der wir auch das tolle ehrenamtliche Engagement am Beispiel der Einkaufshilfen und des Netzwerkes Weisenau mit dem Brotkorb beobachten konnten. Ich habe mich gefreut, dass es viel Unterstützung für unsere To-go-Restaurants gab. Eine starke Einschränkung war das vorübergehende Einstellen der Buslinie 63, die die Verbindung vom Unter – zum Oberdorf in Weisenau sicherstellt. Das hat viele Bürger im Unterdorf hart getroffen. Das darf so nicht mehr passieren. In den 90er-Jahren haben wir lange für sie gekämpft.

Lokale: Was zeigt ihr Blick auf Weisenau in 2021?

Ralf Kehrein: Ich freue mich, dass die Ortsverwaltung in Weisenau jetzt an fünf Tagen in der Woche da ist, allerdings erst einmal mit den notwendigen corona bedingten Einschränkungen. Publikumsverkehr gibt’s nur im Ausnahmefall, wenn sich die Dienstleistung nicht anders beispielsweise über die e-Services erbringen lässt. Und bitte nur nach vorheriger Terminierung. Ich hoffe, dass in der zweiten Jahreshälfte wieder mehr gemeinsame Aktivitäten möglich werden. Unsere Kerb Anfang Juli habe ich jedenfalls noch nicht abgeschrieben, aber es ist aus heutiger Sicht noch nicht möglich, das richtig einzuschätzen. Mein Ziel ist es, die erste virtuelle Ortsbeiratssitzung, also ohne Präsenz der Ortsbeiratsmitglieder in einem Raum, durchzuführen. Denn Politik verträgt in einer Phase, in der Weisenau stark wächst und verändert, keinen Stillstand.

Lokale: Können Sie ein Update zum Bürgerhaus liefern?

Ralf Kehrein: Ja, die Beobachter der Baustelle sehen, dass es vorangeht. Durch die Pandemie mussten wir leider den anvisierten Fertigstellungstermin nach hinten schieben. Wir gehen von einer Eröffnung im September aus. Dafür wird unsere „gute Stube“ dann zu einem Schmuckstück.

Lokale: Wie steht es aktuell um die Pläne der Erweiterung des Straßenbahn-Netzes, an das auch Weisenau gerne angebunden wäre?

Ralf Kehrein: Da liegt der Ball erst einmal im Spielfeld der Verwaltung und der Experten. Sie müssen die möglichen Routenvarianten untersuchen. Dann ist die Politik am Zug. Aber ich bin sehr froh, dass das Thema, auch durch Druck vom Ortsbeirat, auf die Schiene gesetzt worden ist. Ohne Tram-Anbindung droht das Verkehrschaos.

Lokale: Die Bürgerinitiative Mainz21(BI) kämpft gegen die Einlagerung von Schadstoffen im Steinbruch Laubenheim. Zuletzt wollte die Stadt offenbar die Überprüfung der Abfallschlüssel vornehmen. Was müsste passieren aus Ihrer Sicht, damit die Bürger sich jetzt in ihrer Sorge ernst genommen fühlen?

Ralf Kehrein: Zunächst einmal sollte sich die zuständige Dezernentin den berechtigten Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen. Transparenz ist gefragt. Die BI hat mehrfach Gesprächsangebote gemacht, die leider nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sind. In anderen Stadtteilen ist ein Umdenken zu beobachten, hier wird sehr berechtigt um Grün gekämpft. Im Steinbruch soll ohne Not ein Bereich mitten in der Stadt mit Müll verfüllt werden, der unterschiedlich stark kontaminiert ist. Da sind dieselben Entscheidungsträger unterwegs. Ich wünsche mir ein Umdenken in Sachen Deponie.

Lokale: Was würden Sie gerne den Weisenauern noch sagen?

Ralf Kehrein: Bleiben Sie zuversichtlich und freuen sich trotz aller Einschränkungen mit mir auf ein besseres zweites Halbjahr 2021!

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.