GCV-Präsident Martin Krawietz. Foto: GCV

GONSENHEIM – Die Corona-Pandemie verhindert, dass die Narren in diesem Jahr die beliebte Saalfastnacht feiern können. Doch der GCV hat sich etwas besonderes einfallen lassen: die STREAMung. Wir sprachen darüber mit den Verantwortlichen Martin Krawietz und Thomas Becker.

Thomas Becker. Foto: GCV

Wie waren die Reaktionen auf die erste STREAMung im November?

MARTIN KRAWIETZ: Überwältigend. Wir haben für die digitale Umsetzung unserer Kammerspiele sehr viel Zuspruch erhalten. Die Zuschauer haben sich bedankt dafür, dass wir trotz der widrigen Umstände uns die Mühe gemacht haben und neue Wege gegangen sind.

Was kann man jetzt schon zur nächsten STREAMung am 6. Februar verraten?

THOMAS BECKER: Die STREAMung am 6. Februar ist die digitale Variante unserer regulären Sitzung und orientiert sich somit eher an einer Fastnachtssitzung. Wobei man natürlich keine reguläre Sitzung erwarten kann. Wir können umständehalber kein Publikum haben, die Beiträge werden auch nicht in einer Halle vorgetragen. Das erweitert auf der anderen Seite wiederum die Gestaltungsmöglichkeiten und mit denen werden wir dementsprechend spielen.

Wie viele Akteure sind vor und hinter der Kamera beteiligt?

MARTIN KRAWIETZ: Im Prinzip sind alle Bühnenaktiven involviert, somit etwa 100 Närrinnen und Narrhalesen. Sogar Balletts sind mit dabei, die von zuhause aus die Beiträge einzeln aufgenommen haben und dann erst am Schneidetisch wieder als Gruppe zusammengefügt wurden.

THOMAS BECKER: Es ist natürlich eine Herausforderung, in einem Lockdown als Gruppe einen fastnachtlichen Beitrag zu gestalten. Daher bin ich sehr begeistert über die kreativen Einfälle unserer Aktiven, dies dennoch zu ermöglichen.

Wie schwer oder auch leicht ist es den Aktiven gefallen, vor einer Kamera zu agieren?

THOMAS BECKER: Es ist natürlich ein ganz anderes Gefühl, die Bühne eines vollbesetzten Saales zu betreten als im Zweifelsfall im eigenen Wohnzimmer jetzt seinen Kampagnenbeitrag zu performen.

MARTIN KRAWIETZ: Wir konnten aber beobachten, dass unsere Aktive sehr viel Spaß bei der Umsetzung hatten. Ich glaube, das hat auch geholfen in eine fastnachtliche Stimmung zu kommen.

Wie kann man mit wenigen Sätzen die Übertragungstechnik erklären?

THOMAS BECKER: Die Vorbereitung und Umsetzung sind natürlich komplett unterschiedlich zu einer normalen Kampagne. Was normalerweise die Saaltechnik ist, ist diesmal die Aufnahme- und Übertragungstechnik. Und wir streamen ja nicht mit unserem Handy mal kurz auf irgendeiner Plattform. Die gesamte Produktion hat vielmehr schon eher etwas von einer kleinen Fernsehübertragung. Da gibt es mehrere Kameras, Regie, Schnitt und es muss Technik für eine saubere Übertragung vorgehalten werden.

Wie sieht der finanzielle Aspekt einer STREAMung aus?

MARTIN KRAWIETZ: Wie in den regulären Sitzungen haben wir als Verein das Glück, auch bei der STREAMUNG auf viele ehrenamtliche Helfer zurückgreifen zu können. Ohne unsere ehrenamtlichen Aktiven wäre das alles kaum umsetzbar beziehungsweise bezahlbar. Aber alles können wir natürlich nicht mit eigenen Leuten stemmen und natürlich haben wir als Verein nicht das technische Equipment, um all das umzusetzen. Das bedeutet, dass natürlich Kosten anfallen und das ist der Grund, warum man ab einem gewissen Aufwand dies nicht mehr kostenfrei zur Verfügung stellen kann.

Warum gibt es nur eine STREAMung?

MARTIN KRAWIETZ: Weil es im Gegensatz zu einer Sitzung im Saal keine begrenzten Sitzplätze gibt und somit alle, die wollen, auch diesmal Karten für den GCV bekommen werden. Zudem wird die STREAMUNG auch nach dem Abend noch zur Verfügung stehen, so dass sich die Zuschauer über die Fastnachtstage daran erfreuen können.

Könnte die STREAMung auch in den kommenden Jahren Bestandteil beim GCV bleiben?

MARTIN KRAWIETZ: Zunächst hoffen wir doch sehr, dass wir zur nächsten Kampagne wieder zu unseren traditionsreichen Veranstaltungsformen zurückkehren können. Die Fastnacht ist sehr viel schöner, wenn man sie auch tatsächlich zusammen feiern kann.

THOMAS BECKER: Wir haben jedoch gelernt, dass wir unser Programm auch Zuschauern zur Verfügung stellen konnten, die aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage gewesen wären, eine reguläre Sitzung zu besuchen. An der Stelle ist es natürlich interessant, dieses Wissen auch für normale Sitzungen einzubringen.

Könnte das Element Videoclip künftig Bestandteil der hoffentlich bald wieder regulären GCV-Sitzungen werden?

THOMAS BECKER: Sicherlich ist das eine Erweiterung der gestalterischen Möglichkeiten und ich denke hier und da wird dieses Element während regulärer Sitzungen schon eingesetzt. Es ist jedoch eine Erweiterung der Form und sollte nicht mit Inhalt verwechselt werden. Ein starker Inhalt eines Programmpunktes ist und bleibt der Erfolgsfaktor.

Teilen
Vorheriger ArtikelEinzelhändler müssen tapfer sein
Nächster ArtikelMittelalter-Feeling mit smarter Technik
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“