Der Sonnenschein trügt. Die Lage der Geschäftswelt in Finthen ist eher trüb. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

FINTHEN – „Sehr schlimm“, sagt Muhammad Mateen, Inhaber von „Lotto und Schreibwaren“ an der Markthalle. Die Tristesse, die sich am ersten Samstag nach Neujahr um die geöffneten Geschäfte in Finthen breitgemacht hat, fällt eine Woche später beim Besuch in Mateens Laden nicht anders aus. Der blaue Himmel und der Sonnenschein dieses Tages helfen nicht dabei, die Aussichten auf den Beginn des zweiten Corona-Jahres zu vertreiben. 

„Viel Glück beim Spiel“, wünscht Mateen dem Kunden, der gerade einen Lotto-Schein aufgibt. Mateen fährt fort: „Lotto läuft ja noch.“ Aber ansonsten hütet die Ware wie beispielsweise die Schulartikel den Laden. „Die Schulen sind ja geschlossen. So schlimm wie 2020 lief es noch nie.“ Ein umsatzmäßig vergleichbar desaströses Weihnachtsgeschäft habe er nie erlebt. 

„Die Umsätze des Kiosks gehen im Januar und Februar jedes Jahr nach unten, durch die Corona-Geschichte noch mehr. Das war katastrophal.“ Wäre ein Lebensmittelmarkt nicht in der Nähe, würde er wohl keine Kundschaft haben, vermutet Mateen. Der nun verlängerte Lock-down werde ihn hart treffen, fürchtet der Inhaber. Zum Glück habe er die Ladengröße verkleinert. „Das hat mich vorerst gerettet.“ Er könne nur hoffen, dass er Finthen erhalten bleibe.

Der Rundgang durch Finthen stimmt traurig. Manche Hofläden, von denen es im Stadtteil etliche gibt, haben zumeist gar nicht geöffnet. „Vielen Dank für das gemeinsame Jahr 2020. Wir sind Montag, den 18. Januar, wieder für Sie da. Bleiben Sie gesund“, heißt es am Tor zum Finther Obstlädchen.

Das Team von „Küchen Herz“ ist online über die Homepage und die sozialen Netzwerke erreichbar und wirbt damit: „Zusammen Ihre Traumküche in 3-D online“ erstellen zu können. Ausschließlich online vertreibt ihre Produkte auch Franziska Heiden von „Nice little things“. Zwar sei der reine Online-Handel Corona bedingt nicht in erster Linie ein Hindernis gewesen. 

Dennoch trage sich das Geschäft nicht wirklich. Die Gebühren für den Shop lassen sich aktuell nicht refinanzieren. „Wir werden den Online-Store noch bis Ende Februar betreiben“, teilt Heidens Ehemann am Telefon mit. Danach wird Finthen voraussichtlich um eine Gewerbetreibende ärmer. 

Gegen die Pandemie-bedingten Hinderungen kämpft auch Abusamhadaneh Omar vom Stoffhandel „Fili Di seta textiles“. Sehr schlecht sei die Situation für seinen Laden, in dem er und ein Mitarbeiter tätig ist, erzählt er. Die Hilfen des Staates habe er noch nicht beantragt. Aber er wolle es gemeinsam mit dem Steuerberater demnächst angehen. Ob er die Krise überstehen wird? „Das kann ich nur hoffen“, sagt er. 

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