Laubenheims Ortsvorsteher Gerd Strotkötter. Foto: Ralph Keim

LAUBENHEIM – Kein Zweifel: 2020 wird wegen der Corona-Krise in die Geschichtsbücher eingehen – auch in Laubenheim. Wir sprachen mit Ortsvorsteher Gerd Strotkötter (SPD) über seine Erwartungen zu Jahresbeginn und wie es dann weiterging.

Herr Ortsvorsteher, mit welchen Gedanken, Hoffnungen und Erwartungen an 2020 haben Sie vor einem Jahr Silvester gefeiert?

GERD STROTKÖTTER: Ich habe den Abend ganz ruhig und unspektakulär zuhause verbracht und natürlich über das zurückliegende Jahr nachgedacht und darüber, was das Jahr 2020 für Laubenheim bringen würde.

Dann kam Corona. Hätten Sie sich Ende Februar vorstellen können, was die Gesellschaft in den kommenden Monaten erwarten würde?

GERD STROTKÖTTER: Auf keinen Fall. Ich war total überrascht, mit welcher Wucht sich das Virus so schnell ausbreitete. In unserer Familie stand ein Todesfall in Zusammenhang mit Corona. Auch eine Hochzeit stand unter den Verordnungen der Pandemie. Das Rebblütenfest zählte dann ja zu den vielen Veranstaltungen, die abgesagt werden mussten.

Wie war Ihre persönliche Gefühlslage im Sommer, als Corona fast in den Hintergrund geriet?

GERD STROTKÖTTER: Es gab ja auch in Laubenheim zaghafte Versuche, halbwegs wieder so etwas wie Normalität in den Alltag der Bürger zu bringen. Wir hatten das Kulturfestival im Laubenheimer Park, wo dann auch eine kleine Kerb als Ersatz für die regulären Veranstaltungen stattfand. 

Halten Sie den aktuellen Lockdown für richtig und angemessen?

GERD STROTKÖTTER: Ich wüsste jedenfalls keine Alternative. Die Frage ist aber, wie gut und effektiv die Verordnungen und Maßnahmen zu kontrollieren sind. Appelle an die Bevölkerung reichen ja leider nicht aus. In diesem Zusammenhang stoßen die Demonstrationen von sogenannten Querdenkern bei mir auf völliges Unverständnis.

Was war in den vergangenen Monaten in Bezug auf Corona das sigifikanteste Erlebnis?

GERD STROTKÖTTER: Die Solidarität und die Hilfsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung, auch durch die Vereine, haben mich sehr beeindruckt. Aktuell haben die Laubenheimer Awo und die KJG 1500 Briefe an ältere Laubenheimer verschickt. Der Weihnachtsgruß ist verbunden mit dem Hinweis auf während der verschärften Corona-Verordnungen wichtige Adressen. Dass zumindest das private Leben aber wieder weitgehend zu einem Stillstand gekommen ist, bedeutet natürlich eine große Einschränkung, besonders für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Es gab aber nicht nur Corona. Was war das wichtigste, was in Laubenheim abseits der Pandemie umgesetzt wurde?

GERD STROTKÖTTER: Da erinnere ich an die Sanierung des Heiligenhäuschens und den Abschluss der Renaturierung des Laubenheimer Rheinufers in dem Bereich, wo früher einmal der Campingplatz war. Auch die Planung der neuen Kindertagesstätte ist auf den Weg gekommen. 

Was steht 2021 für Laubenheim auf der Agenda?

GERD STROTKÖTTER: Die umfangreiche Baumaßnahme Grundschule ist von großer Bedeutung. Der Umzug der Schüler in die Container konnte ja erst einmal verschoben werden. Auch soll die NATO-Rampe zu einem neuen Anziehungspunkt aufgewertet werden, möglicherweise mit einem Weinausschank. Der Wunsch des Ortsbeirats, dass hier Wohnmobile abgestellt werden können, ist aber leider von der Stadt abgelehnt worden. Nicht unwichtig ist die Sanierung des Laubenheimer Parks, wobei hier der gut besuchte Spielplatz erst einmal ausgeklammert wurde. Selbstverständlich hoffen wir alle, dass die Coronakrise soweit abklingt, dass eine Rückkehr zur Normalität möglich sein wird, dass wir beispielsweise im August das Rebblütenfest feiern können. Und auch in 2021 wird ein Großereignis weiter vorbereitet, das im Mai 2023 ansteht: die 1250-Jahr-Feier Laubenheims.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“