In der Brunnenschule herrscht Zuversicht, den Corona-Winter schadlos zu überstehen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MARIENBORN – Die Grundschule in Marienborn scheint Glück zu haben. Keine Fälle zum Zeitpunkt des Gesprächs mit Schulleiterin Karin Mades keine an Corona erkrankten Lehrer. Sie ist erleichtert. Einer der Gründe könnte mit dem Abluftsystem in Verbindung stehen: der Erfindung vom Max-Planck-Institut für Chemie aus Mainz. 

Das System wurde in den Herbstferien installiert. „Wir sind Pilotschule für das Projekt, bei dem die Institutsmitarbeiter genaue Messungen vornehmen“, erzählt die Leiterin. 50 Väter und Mütter haben beim Aufbau geholfen. Die Installation des Systems geschah mittlerweile in allen zehn Klassenräumen. „Die Eltern haben darüber hinaus viele Informationen zur Funktionsweise erhalten und ich nehme wahr, dass sie in der Tat erleichtert sind, dass das System ergänzend zum Lüften zum Einsatz kommt.“

Die Methode funktioniere wie eine Dunstabzugshaube, erläutert Karin Mades. „Die Kinder sitzen darunter, die Aerosole werden nach draußen abtransportiert.“ Erfreulich sei zudem, dass der dazugehörige Ventilator recht leise arbeite. Auch diese Frage führte anfangs zu Bedenken. 

„Nun haben wir das große Glück, dass wir nicht alle 20, sondern nur alle 40 Minuten lüften müssen.“ Dadurch sei die Temperatur etwas angenehmer als in den Schulgebäuden, die zweimal im Unterricht die Fenster aufmachen müssen. „Das ist wirklich eine große Bereicherung und Nachricht. Zumal die Messergebnisse gut ausfallen.“ Das Lüftungsprojekt der Schule soll auch im Ausland hohe Wellen schlagen, berichtet Mades. „Wie haben hierzu Anfragen aus Pennsylvania, Brüssel oder gar aus Indien.“ 

Eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme in der Ausnahmezeit sei die Zuordnung des Personals innerhalb des Lehrerkollegiums ausschließlich zu deren jeweiligen Klasse. „Der Fachunterricht wurde aufgelöst, wodurch wir im Falle einer Infektion nur bei der jeweiligen Klasse agieren müssen und keine weiteren Kontaktpersonen haben.“ 

Dass die Brunnenschule keinen Ganztagsbetrieb habe, erleichtere die Organisation, sagt die Rektorin. Überhaupt habe sie den Eindruck, dass an ihrer relativ kleinen Grundschule recht viel Zuversicht herrscht. „Hinzukommt, dass wir auch den Sportunterricht innen erteilen können.“ Die Sporthalle lasse sich problemlos lüften. „Natürlich ist es dadurch etwas kühl, aber die Kinder haben den Auftrag, warme Sachen mitzubringen.“ 

Jetzt sind alle durchaus zuversichtlich, dass den Corona-Winter gut zu überstehen. 

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.