Die Lichter sollen in der Martinus-Schule unter einer neuen Trägerschaft weiter brennen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

GONSENHEIM – Das Bistum Mainz will sparen und bei fünf von 18 seiner Schulen die Trägerschaft aufgeben. Auch drei Tagungshäuser des Bistums stehen vor dem Aus. In Mainz sind von den Sparmaßnahmen die Martinus-Schulen in der Weißliliengasse und in Gonsenheim sowie das Ketteler-Kolleg betroffen. Nach aktuellen Plänen sollen die beiden Schulen in staatliche Hand kommen. 

Genau das will die Schulgemeinschaft in Gonsenheim nicht. „Wir wollen die Schule als Einrichtung mit christlichem Profil erhalten. Dies ist mit der Stadt als Träger nicht realisierbar, weshalb wir andere Trägerkonzepte bevorzugen“, sagt Susann Rohmer, Vorsitzende des Schulelternbeirats.

Dass die Kirche den Rotstift ansetzt, stößt bei vielen Eltern auf Unverständnis, was sie in einem offenen Brief an Bischof Peter Kohlgraf zum Ausdruck gebracht haben. Zum Erhalt der Schule wurde die „Zukunftswerkstatt Martinus-Schule Gonsenheim“ gegründet. Was ebenfalls diskutiert wird: „Wir sind überzeugt, dass am komplett falschen Ende gespart wirden. Es besteht die Gefahr, dass die Kirche weitere Anhänger verliert.“

In einem Gespräch mit Bischof Kohlgraf machten Rohmer und der Vorsitzende des Vereins, Tobias Stöver, ihren Standpunkt klar und forderten ein Trägerkonzept, welches den Erhalt der Schule in seiner jetzigen Form ermöglicht.
„Bischof Kohlgraf machte zwar klar, dass die Abgabe der Trägerschaft wegen der Sparzwänge alternativlos sei, zeigte sich aber offen, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken, die das christliche Profil der Schule erhalten kann“, so Rohmer. Wann die Grundschule mit ihren 200 Schülern in eine neue Trägerschaft übergehen solle, sei aber bisher offengeblieben. „Klar ist lediglich, dass möglichst zügig Klarheit über das zukünftige Set-up herbeigeführt werden muss, um für alle Parteien Planungssicherheit herzustellen.“
Für die weiteren betroffenen Schulen gibt es unterschiedliche Pläne. Beispielsweise will der Bischof die „Realschule plus“ der Martinus-Schule in der Weißlilliengasse dreizügig erweitern. Zugleich soll der Grundschulzweig zum Schuljahr 2022/23 aufgegeben werden. Für das Theresianum in Mainz ist eine eigene Trägerkonstruktion geplant, wie sie für die Maria Ward-Schule besteht.
„Es sind schmerzhafte Einschnitte, die wir auf verschiedenen Ebenen des Bistums vornehmen müssen“, sagte Kohlgraf. Im defizitären Haushalt des Bistums gehöre insbesondere der Schulbereich zu den größten Posten, rechnete der Ökonom des Bistums, Weihbischof Udo Bentz, vor. Von den erwarteten Einnahmen in Höhe von 232 Millionen Euro fließen im Wirtschaftsplan 2020  rund 68 Millionen Euro in die Schulen, Hochschulen und Religionsunterricht.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.