„Die vier Alte“ kommentieren das Programm der GCV-Kammerspiele. Screenshot: Ralph Keim

GONSENHEIM – Vielen Dank, Corona! Das Virus hat in den vergangenen acht Monaten für zahlreiche Absagen liebgewordener Veranstaltungen gesorgt. Betroffen ist auch die Fastnacht. Doch der Gonsenheimer Carneval-Verein zeigt Kreativität: „Streamung“ heißt das Zauberwort. Daheim am PC die Veranstaltung verfolgen. Vielleicht alleine, vielleicht mit Partner oder Partnerin, vielleicht mit der ganzen Familie.

Erhard Grom verpasst Michael Emrich eine ganz besondere Maske. Screenshot: Ralph Keim

Auch die Närrischen Kammerspiele des GCV gehen dieses Jahr auf diese Weise über die Bühne und kommen online in unzählige Wohnzimmer. So eine Art Sturday Night Live, halt nur nicht live. Die genialen Gags und Sketche sind vorproduziert und bilden ein närrisches Gagfeuerwerk in trüben Zeiten

Fastnachtliche Karaoke mit Thomas Becker und Frank Brunswig. Screenshot: Ralph Keim

Nach nur einem Werbespot geht es los: Vorspiel mit Rudi Hube, Narhallamarsch, Vorwort von GCV-Präsident Martin Krawietz zu den Folgen der Corona-Pandemie, und dann „die vier Alten“, die durch das Programm führen. Tja, die Welt steht Kopf, nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen Trump und Co, deklamiert im Freien Christophe Hinz, der auch fragt, ob Mainz 05 noch zu retten ist. Doch irgendwann fallen wir uns all in die Arme, nämlich dann, wenn es endlich einen Impfstoff gibt.

Ein Blick auf die andere Seite der Kamera. Screenshot: Ralph Keim

Christina Grom als Social-Media-Expertin stößt bei den „Alten“ auf wenig Verständnis, wenn sie mit Begriffen wie „Likes“, „Hashtag“ und „Chrome“ um sich wirft. „Zurück in die Zukunft“ geht es mit dem Chaos-Team Doppelbock (Andreas und Matthias Bockius), das dank einer mit Wein angetriebenen Zeitmaschine in unterschiedlichen Epochen Mainzer Geschichte landen. Nicht minder genial: Karaoke mit den Almerindos. Oder das hier, als sich zwei Gardisten (Andreas Müller und Jens Ohlig) unterhalten: Bei welcher Gard bist Du aktiv? – Bei de Hildegard. – Ahja, da war ich auch mal aktiv. Und: Sibbe Schoppe musst De überstehe. Sagte Thomas Mann.

Koch Jaques (Johannes Emrich) serviert eine Fleischworscht, was sonst. Screenshot: Ralph Keim

Ein Ranking-Clip (Platz 1 das Gardeballett der Füseliergarde) mit Promikommentaren (darunter ein gewisser Hans-Peter B.) darf genauso wenig fehlen wie ein närrisches Statement von Jürgen -Ernst Lustisch – Wiesmann. Und GCV-Legende Erhard Grom tritt als Gesichtsmaskenverkäufer auf den Plan, der bei Michael Emrich auf närrischen Widerstand stößt. Absolut gelungen: Laura Heinz und ihre unplugged Version von „Meenz, du bist Heimat“. Und was wäre der GCV ohne die „Schnorreswackler“. Die legen einen wahnsinns Auftritt hin.

Ja, so kann Fastnacht in Coronazeiten funktionieren. Da hat auch die Hackergruppe „Kommando Rolf Braun“ (Freiheit für Norbert Roth!) keine Chance.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“