Die Evangelische Kirchengemeinde in Finthen streamt ihre Sonntagsgottesdienste. Screenshot: Ralph Keim

FINTHEN – Onlinegehen – seit dem ersten Corona-Lockdown mussten etliche Einrichtungen mehr oder weniger notgedrungen stärker als gewohnt das Internet nutzen. Das Zauberwort heißt: Streaming. Die Evangelische Kirchengemeinde in Finthen strahlt ihre Gottesdienste beispielsweise online aus, die dann über den beliebten Kanal Youtube jederzeit aufgerufen werden können. Darüber sprachen wir mit Pfarrerin Petra Eschmann.

Frau Pfarrerin Eschmann, wie kommen die Übertragungen an?

PETRA ESCHMANN: Die Live-Übertragungen kommen bei den Gemeindegliedern und auch über die Gemeindegrenzen hinaus gut an. Menschen brauchen gerade in der aktuellen, für uns alle so schwierigen und unsicheren Zeit, einen Zuspruch, der ihnen ein wenig Hoffnung gibt und Vertrautes zeigt, wie den bekannten Kirchenraum und Personen. Außerdem können die Menschen mit höherem Infektionsrisiko, die darum lieber zuhause bleiben, dank der Technik am dennoch am Gottesdienst ihrer Kirchengemeinde teilnehmen. Auch kann man in den eigenen vier Wänden die Gesangbuchlieder mitsingen, wo hingegen in der Kirche Gemeindegesang leider nicht möglich ist.

Wie sieht es denn mit der Einschaltquote aus?

PETRA ESCHMANN: Es gibt Zahlen, wieviel Zuschauer sich den Gottesdienst anschauen. Die Zahlen schwanken allerdings.

Wie sieht es mit den technischen Voraussetzungen aus?

PETRA ESCHMANN: Bezüglich der Technik haben wir großes Glück, dass ein Gemeindeglied diese zeitintensive Arbeit übernommen hat. Er stellt bisher Kamera und Laptop. Aufgrund der guten Akzeptanz der Video-Gottesdienste hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Finthen entschlossen, das notwendige technische Equipment anzuschaffen.

Wie sehen Sie als Pfarrerin die Adventszeit, die Corona-bedingt ohne Weihnachtsmarkt und Basar auskommen muss?

PETRA ESCHMANN: Die Adventszeit ist eine Zeit des Wartens und Erwartens, die wir mit Bräuchen gefüllt haben: mit Geschichten und Liedern, dem Adventskranz mit den 4 Kerzen, dem Plätzchen backen, dem Schmücken unserer Wohnungen mit Sternen und Lichterketten, dem Besuch von Weihnachtsmärkten und Adventsbasaren. Dass wir all das Corona-bedingt nicht wie die Jahre zuvor unbeschwert und gemeinschaftlich tun können bedaure ich sehr.

Und wie schaut es mit den Weihnachtsfeiertagen aus? Wie bereiten Sie und Ihre Gemeinde auf die dieses, ebenfalls Corona-bedingt, besondere Weihnachtsfest vor?

PETRA ESCHMANN: Die Weihnachtstage mit den gut besuchten Gottesdiensten stellen aufgrund der Infektionszahlen und dem Risiko der Ansteckung ein großes Problem dar. Daher denken wir in der Kirchengemeinde intensiv über alternative Gottesdienstformen nach, wie Gottesdienste am Heiligen Abend an anderen Orten (vielleicht am Feldrand, Sportplatz oder Bauernhof), kürzere, aber dafür mehr Gottesdienste. Ebenso sind Weihnachts-Gottesdienste in ökumenischer Zusammenarbeit angedacht.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“