Unter anderem mit OB Michael Ebling (Mitte) fand die Gedenkstunde an der Neuen Synagoge in der Neustadt statt. Foto: Ralph Keim

MAINZ – In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es im ganzen Land zu Übergriffen auf jüdische Einrichtungen: Die meisten der damals 400 Synagogen wurden verwüstet und in Brand gesteckt, Friedhöfe geschändet. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden ebenfalls von nationalsozialistischen Schergen heimgesucht. Mainz war da keine Ausnahme. Hier ging unter anderem die Hauptsynagoge in Flammen auf.

Vor diesem Hintergrund stand auch in diesem Jahr die Gedenkfeier vor der Neuen Synagoge in der Mainzer Neustadt. Vor dem Hintergrund der Coronakrise allerdings ging das Gedenken, unter anderem mit Oberbürgermeister Michael Ebling und Anna Kischner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, sowie Rabbiner Aharon Vernikovksy, in kleinerem Rahmen und auf Abstand über die Bühne. Der breiteren Öffentlichkeit steht unter  www.mainz.de/pogromnacht eine Videobotschaft des Oberbürgermeisters zur Verfügung.

Darin erinnert der OB an die Welle des Hasses und der Gewalt, die sich vor mehr als acht Jahrzehnten gegen jüdische Bürger und ihre Einrichtungen erhob. „Dieses Gedenken ist uns wichtig. Denn wir – die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Anna Kischner, Rabbiner Aharon Vernikovksy und ich – möchten damit im Namen der Jüdischen Gemeinde Mainz und im Namen der Landeshauptstadt Mainz ein Zeichen setzen, dass wir trotz der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht vergessen“, so der OB. 

Wegen der Corona-Pandemie ging die Gedenkfeier in kleinerem Rahmen über die Bühne. Foto: Ralph Keim

„Zugleich aber möchten wir auch ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung, wie wir sie leider heute wieder in einem erschreckenden Ausmaß erleben.“ Straftaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen stünden erneut auf der Tagesordnung, jüdische Mitbürger seien Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt. 

„Auch wenn aktuell die Sorgen wegen der Corona-Pandemie groß sind und wir mit der Bewältigung der alltäglichen Probleme mehr als genug zu tun haben: unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger brauchen unsere Solidarität und unseren Beistand mehr denn je“, so der OB abschließend.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“