Ortsvorsteher Christian Kanka bedankte sich bei Youssra Akrach und Ida Steuerwald (rechts) für deren couragiertes Handeln am Mombach Bahnhof. Foto: Ralph Keim

MOMBACH – Das hätte richtig schlimm ausgehen können: Ende August „spielten“ drei Kinder im Bereich des Mombacher Bahnhof – und sprangen dabei auch auf die Gleise. Ein heranfahrender Zug konnte glücklicherweise bremsen, sodass die Kinder nicht zu Schaden kamen. Doch der Schrecken saß tief. Glücklicherweise waren mit Youssra Akrach und Ida Steuerwald zwei Teenager zu diesem Zeitpunkt vor Ort. Ihr Handeln verhinderte einen möglichen Unfall, außerdem kümmerten sie sich um die Kinder, bis die Polizei eintraf.

Dafür zeigte sich jetzt Ortsvorsteher Christian Kanka erkenntlich: Er spendierte den beiden Teenagern jeweils einen großzügigen Gutschein für eine Mombacher Eisdiele. „Das habt ihr tollgemacht“, lobte er.

Selbstverständlich können sich Youssra Akrach und Ida Steuerwald noch bestens an den Samstagnachmittag im Spätsommer erinnern: „Eigentlich wollten wir mit dem Zug in die Mainzer Innenstadt fahren“, erzählten beide bei der Übergabe der Gutscheine, selbstverständlich am Ort des Geschehens. Die beiden Jungen und das Mädchen im Alter von sieben und acht Jahren seien ihnen sofort aufgefallen. Sie hatten Erbsen auf die Schienen gelegt. Wohl um zu sehen, was daraus wird, wenn ein Zug drüberfährt.

Geistesgegenwärtig forderten Youssra und Ida die Kinder sofort auf, die Gleise zu verlassen. Dem kamen sie denn auch nach, sprangen aber dann doch wieder vom Bahnsteig herunter. Doch der Unfug ging noch einmal glimpflich aus. Die Notbremsung eines heranfahrenden Zugs verhinderte das Schlimmste, auch weil Youssra und Ida den Zugführer mit Handzeichen warnen konnten.

Als die Kinder jetzt merkten, welch gefährlichen Unfug sie zu verantworten hatten und dass sogar die Polizei alarmiert wurde, verging ihnen das Lachen. Doch Youssra und Ida standen den Dreien bei und trösteten sie. „Später wurden sie dann von der Polizei zu ihren Eltern gebracht“, so Youssra und Ida weiter, die dann als offizielle Zeuginnen befragt wurden. Laut Polizei sei allerdings eines der drei Kinder „vor Schreck“ erst einmal geflüchtet. Der Junge sei aber später mit seiner Mutter zum Bahnhof gekommen, um den Sachverhalt aufzuklären. Da die Bahnstrecke gesperrt werden musste, gab es nicht unerhebliche Verspätungen.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“