„Gevatter Tod“ wachte am Vorabend zu Allerheiligen am Reichsritterstift. Foto: Ralph Keim

BODENHEIM – Halloween und St. Martin sind in Bodenheim normalerweise den Kindern vorenthalten. Zahlreiche Aktionen bereiten den Jungen und Mädchen – und natürlich auch ihren Eltern – immer sehr viel Spaß. Doch in diesem Jahr musste Corona-bedingt fast alles abgesagt werden. Immerhin: Der Gruselspaziergang am späten Nachmittag von Halloween konnte noch wie geplant über die Bühne gehen.

Dieser „Friedhof“ sorgte für besonders viel Grusel. Foto: Ralph Keim

Am Reichsritterstift war alles für eine stilechte Halloween-Aktion vorbereitet. Am „Turm des Grauens“ hingen riesengroße Spinnen. „Gevatter Tod“ (selbstverständlich mit der Sichel in der Hand) hatte ein strenges Auge auf jeden, der hier ankam. Und die Mauer, die die Weinberge begrenzt, war zu einem Friedhof der besonderen Art geworden – mit Gestalten, denen man nachts lieber nicht begegnen möchte.

Johannes Schöller bei seiner vielleicht letzten Tour als Bodenheimer Nachtwächter. Foto: Ralph Keim

Und diese Accessoires sorgten besonders bei den kleinen Kindern für große Augen. Ein „Skelett“ reagierte auf Geräusche und erwachte dann zu gruseligem Leben. Den Gruselspaziergang führte Beigeordneter Johannes Schöller an, der in der Gemeinde in den vergangenen Jahren als „Nachtwächter“ zahlreiche Bürger und Touristen das abendliche Bodenheim nahegebracht hat. 80 bis 100 Touren waren es jährlich.

Doch die Tour am Vorabend von Allerheiligen könnte die letzte gewesen sein. Denn Johannes Schöller will sich beruflich verändern, zieht aus Bodenhneim weg und gibt daher zum Ende des Jahres sowohl sein Amt als Beigeordneter als auch das des Bodenheimer Nachtwächters ab. Ob es im Dezember noch einmal zu Nachtwächter-Touren kommt, ist angesichts der sich wieder verschärfenden Corona-Entwicklung höchst unsicher.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“