Das Hechtsheimer Relief ist ein echter Hingucker. Foto: Oliver Gehrig

HECHTSHEIM – Das Hechtsheimer Relief entstand 1968 als „Kunst am Bau“ zum damals neuen Schulkomplex. Es zeigt das Hechtsheimer Ortsbild einschließlich der Kirche St. Pankratius und ist im Atrium aufgebaut. Da angesichts der Großbaustelle zur Schulerweiterung der Pausenhof für die Schülerinnen und Schüler knapp geworden ist, soll es demnächst versetzt werden. Über einen geeigneten neuen Standort für das Relief diskutierte der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung im Rheinhessensaal im neuen Bürgerhaus.

In einem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und FDP sprechen sich die drei Fraktionen für eine Verlegung des Reliefs ins Innere der Wendeschleife der Staßenbahnlinie 52 aus. „Das Schulzentrum wird umgebaut, dementsprechend fällt Platz weg“, erläuterte Birgit Zehe-Clauß (FDP) den Hintergrund. „Aufgrund der Pandemie wird zusätzlicher Platz gebraucht.“ Daher sollte das Relief zeitnah versetzt werden. „Das schöne Relief sollte an einem zentralen Ort zugänglich sein“, ergänzte Jan-Dustin Kley (SPD). „Die Schüler brauchen Platz“, bekräftigte Ortsvorsteherin Tatiana Herda Munoz (SPD). „Sie dürfen nicht mehr raus auf den benachbarten Zagrebplatz.“

Einwände hatte die bürgerliche Opposition. Franz Jung (CDU) gab zu bedenken, dass der Kirchturm des Reliefs defekt ist und das Kunstwerk erst einmal restauriert werden muss. „Es gehört nicht an die Endhaltestelle, sondern in den alten Ortskern“, kritisierte Reinhard Schwarz (Freie Wähler). „Das ist ein Antrag von Hechtsheimern, nicht von Hexemern.“ Er brachte als Standort „Am oberen Wann“ ins Gespräch. Dort sei es sicherer vor Vandalismus. Zudem müsse sich Grundschulleiterin Sonja Sierra Haupt wegen einer Verlegung mit dem Schulamt kurzschließen. Konrad Meier (CDU) forderte, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Abbau, Restaurierung und Standortwechsel: Das sei die richtige Reihenfolge. Die drei antragstellenden Fraktionen schlossen sich dem an. Der gemeinsame Antrag zur Versetzung des Reliefs wurde mit der Ergänzung, zunächst die Restaurierung vorzunehmen, und offen gehaltener Standortfrage einstimmig auf den Weg gebracht.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.