Weisenauer Pfarrer Christian Nagel (re.) freut sich über die päpstliche Verdienstmedaille für Manfred Ruhs. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU – Papst Franziskus hat Manfred Ruhs aus Weisenau die Benemerenti-Verdienstmedaille verliehen. Überreicht hat die Auszeichnung dem 1950 in Bingen geborenen und verheirateten Ruhs der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf. Beim feierlichen Gottesdienst in Weisenau, der unter strengen Hygiene-Regeln gefeiert wurde und in der Kirche Mariä Himmelfahrt eine begrenzte Anzahl an Gästen zuließ, würdigte der Geistliche Ruhs Engagement im kirchlichen und sozialen Bereich. Kohlgraf hob Ruhs Mitwirkung in verschiedenen Räten, allen voran im Verwaltungsrat, hervor. „Sie haben stets hingeschaut, wo ihr Dienst gerade gebraucht wird.“ Als anderes Beispiel nannte er die Bemühungen um die Gestaltung des pastoralen Weges als Mitglied des Dekanatsprojektteams. Hinsichtlich der Zukunft der Kirchengemeinden sei es wichtig, betonte Kohlgraf, „dass die Verantwortung vor Ort“, also in den Kirchengemeinden, bleibe. „Auf die kritischen Stimmen wird es in Zukunft ankommen“, so Kohlgraf. Er würdigte ferner Ruhs Einsatz als Vorsitzender des Beirates der Stiftung „Wir für Kinder in Not“, in der sich auch die Sorge um ältere Menschen ausdrücke. Es werde künftig auch darauf ankommen, Senioren nicht nur als Betreuungsobjekte zu betrachten.

Manfred Ruhs erhielt die päpstliche Verdienstmedaillie vom Mainzer Bischof Peter Kohlagraf. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Die Medaille in Gold ehre nicht Ruhs allein, der Mitglied im Diözesankirchensteuerrat des Bistums Mainz ist, sondern stellvertretend die vielen Menschen, die sich für die Kirche engagieren, fuhr der Bischof fort. Dabei seien deren Berufungen sehr unterschiedlich. Ohne jene Personen würde Kirche nicht funktionieren. Die Auszeichnung sei zugleich eine Ermutigung, Einladung und Motivation für uns alle, die Zeichen der Zeit zu erkennen, um zu schauen, was jeder Einzelne heute tun könne, formulierte Kohlgraf sinngemäß.

In seine Dankesrede warb Ruhs für die Kirchengemeinde, in der er sich seit seinem 29. Lebensjahr engagiere. Er dankte allen Menschen, die ihm auf dem Weg zur Seite gestanden haben. Aus der langjährigen Erfahrung könne er Weisenau als eine „K-Pfarrei“ bezeichnen, so Ruhs: eine Wortschöpfung, die er selbst kreiert habe. „Wir sind krisenerprobt, kompetent, kreativ, kritisch in der Meinungsfindung, aber auch kompromissbereit.“ Die Auszeichnung nehme er stellvertretend für alle entgegen, die das Wohl der Pfarrei im Auge haben.

Die Verdienstmedaille Benemerenti, die übersetzt „dem Wohlverdienten“ bedeutet, wurde von Papst Pius VII. zu Beginn des 19. Jahrhunderts gestiftet. Seit 1891 wird sie an Personen verliehen, die einen Dienst für Diözese und Kirche geleistet haben, der weit über ihre berufliche oder amtliche Pflicht hinausgeht. Vom Bistum Mainz erhielt Ruhs, früherer Vorsitzender des Vorstandes der Volksbank Höchst und Mitglied des Vorstandes der Frankfurter Volksbank eG, bereits 2004 die Medaille „Dank und Anerkennung“ und 2009 die „Martinusmedaille“.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.