Im Rahmen einer kleinen Feier wurde die Peacebell vorgestellt. Fotos: Ralph Keim

LERCHENBERG – Oberbürgermeister Michael Ebling war der erste, der die Glocke zum Klingen brachte. Es folgten Ortsvorsteherin Sissi Westrich und schließlich Pfarrer Christoph Kiworr. Und es war eine besondere Glocke: Die Peacebell ist nämlich aus alten Kriegswaffen gegossen worden. 

OB Ebling durfte als erster die Glocke anschlagen.

Hinter der Idee der Peacebell Sänger Michael Patrick Kelly. Er erinnert mit diesem besonderen Projekt an die mehr als 150000 Kirchenglocken, die in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen wurden, um daraus Kriegswaffen zu produzieren. Eine solche Peacebell hat jetzt die Evangelische Kirchengemeinde Maria-Magdalena-Gemeinde.

Auch Ortsvorsteherin Westrich bringt die Glocke zum Klingen.

OB Ebling erinnerte während der kleinen Feierstunde im Garten des Gemeindezentrums daran, dass bereits 2018 zum 100. Jahrestag des Ende des Ersten Weltkriegs in Mainz in der Christuskirche eine Peacebell präsentiert wurde. Nach dieser vielbeachteten Veranstaltung setzte sich Pfarrer Christoph Kiworr dafür ein, dass seine Gemeinde im Stadtteil Lerchenberg eine solche Peacebell bekommt. 

Pfarrer Kiworr schlägt die Glocke an.

Doch bis die besondere Glocke zum Klingen gebracht werden konnte, musste ein Verein zur Glockenförderung gegründet werden. Zur Finanzierung trugen maßgeblich auch Banken bei, wie Pfarrer Kiworr ausdrücklich betonte. Am 8. Mai dieses Jahres, also am 75. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Glocke bei der Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher gegossen. 

Sie ist in einer mobilen Halterung verankert, denn die Kirchengemeinde hat keinen Glockenturm. Doch das soll sich bald ändern. Ebenfalls während der Feierstunde gab der damit beauftragte Architekt Andreas Milch bekannt, dass der Turm bereits zu Ostern 2021 fertiggestellt sein könnte. Auch für den Glockenturm sammelt die Kirchengemeinde Spenden ein.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“