Das neue Zusatzschild am Straßenschild. Foto: Ralph Keim

NEUSTADT – Selbst gebürtige Mainzer dürften erst einmal überlegen, wo die Schottstraße zu finden ist. Sie liegt jedenfalls nicht in der Altstadt, wo das heute ingternationale Unternehmen Schott Music seinen Sitz und seine Geschäftsstelle hat. Vielmehr führt sie nahe des Stadthauses weg von der Kaiserstraße zum Hauptbahnhof hin und gehört daher zur Neustadt. Die vielleicht kürzeste Straße von Mainz ist seit 1885 im Gedenken an Franz Philipp Schott benannt.

Jetzt im Jahr des 250-jährigens Bestehens des rennomierten Mainzer Musikverlags enthüllten Kulturdezernentin Marianne Grosse und Dr. Peter Hanser-Strecker, Vorstandsvorsitzender der Geschäftsführung der Schott Music Group, am Straßenschild einen Zusatz, der die Fußgänger über die wichtigsten Daten von Franz Philipp Schott informiert.

Nicht nur Kulturdezernentin Grosse und Hanser-Strecker, sondern auch Neustadt-Ortsvorsteher Christoph Hand erinnerten dabei an das Leben eines Mannes, der Unternehmer, Politiker und Mäzen war. Franz Philipp Schott wurde am 30. Juli 1811 in Mainz geboren. Er war Inhaber des Musikverlags B. Schott’s Söhne. In dem 1770 gegründeten Verlag wurde unter anderem das gesamte kompositorische Werk von Richard Wagner ediert, wodurch der Verlag weltweite Bedeutung erlangte. Erhalten geblieben ist der Briefwechsel zwischen Schott und Wagner, der sich in den Archiven der Stadt Mainz befindet.

Kulturdezernentin Marianne Grosse und Dr. Peter Hanser-Strecker enthüllten das Schild. Foto: Ralph Keim

In seiner Villa in Laubenheim gingen die musikalischen Größen seiner Zeit ein und aus. Doch Franz Philipp Schott war auch Kommunalpolitiker: Von 1865 bis 1871 amtierte er als Mainzer Bürgermeister. In dieser Zeit wollte sich Mainz aus seinem Festungsgürtel befreien und expandieren. Ein Ergebnis: die Mainzer Neustadt, worauf Ortsvorsteher Hand bei der Enthüllung des Zusatzschildes ausdrücklich hinwies.

Als Mäzen beteiligte er sich maßgeblich an der Errichtung des Schiller-Denkmals, das auf dem gleichmaligen Schillerplatz steht. Mit seiner Frau Betty rief Schott eine Stiftung zur Gründung und Unterhaltung eines Orchesters in Mainz ins Leben. 

Franz Philipp Schott starb am 8. Mai 1874 in Mailand. Nach seinem Tod ging der Schott Musikverlag an die Familie Strecker über. Sein Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof Mainz.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“