Unglaublich, was beim RhineCleanUp an Müll gefunden wurde. Foto: red

BODENHEIM – Auch die Naturschutzgruppe beteiligte sich am RhineCleanUp. Insgesamt nahmen 30 engagierte Menschen teil, die 3000 bis 4000 Liter Abfall aus der Natur einsammelten. Das ist umso so erschreckender, da der Rheinabschnitt bei Bodenheim im Verhältnis zu anderen Gemeinden nicht sehr lang ist.

Ein Müllhaufen hatte ein Volumen von mehr als fünf Kubikmeter. Um ihn zu entsorgen, bräuchte man 12 bis 15 große Mülltonnen mit einer Füllmenge von 240 Litern. Im einzelnen sammelten die Alltagshelden zum Beispiel 316 Plastikflaschen und -becher, Tetrapacks und To-Go-Becher ein, außerdem über 100 Weißblechdosen und mindestens 80 Glasflaschen und Gläser. Auf weitere über 30 Dosen und Flaschen hätte es Pfand gegeben.

Der Rest des Mülls bestand aus mehreren hundert Verpackungsfolien von Schokoriegeln, unzähligen Stücken Plastikfolie, die teilweise bereits brüchig war und zerbröselte, wenn man sie auch nur berührte, unzähligen Stücken Styropor, das ebenso beim Anfassen zerbröselte. Gefunden zudem Spritzen (zum Glück ohne Nadeln), Blister-Verpackungen voll mit Medikamenten, Öl- und Reinigungsmittelbehälter, Batterien, einige Elektrogeräte, viele Kleidungsstücke, Teppichstücke, zehn einzelne Schuhe und auch etwa zehn Schutzmasken, drei prall gefüllte Hundekot-Beutel aus Plastik, etliche Gläser halb gefüllt mit verdorbenen Lebensmitteln, Schüsseln, Eimer, Alufolie und mehr.

Laut Nabu transportiert der Rhein 380 Tonnen Kunststoff in die Nordsee – pro Jahr. Was einen wundert: Wir leben in einer Zeit mit penibel aufgeräumten Gärten und extrem vermüllter Natur. Keiner käme auf die Idee, seinen Müll aus dem Küchenfenster in den Garten zu werfen. Und beim Besuch von Freunden käme wohl auch keiner auf die Idee, seine Kippe im Aquarium zu entsorgen. 

Auf der Grünpatenschaftsfläche der Naturschutzgruppe entsteht ein sogenanntes Naturhotel. Foto: red

Doch gibt auch Positives zu berichten. Auf der Grünpatenschaftsfläche der Naturschutzgruppe konnten bereits einiges umgesetzt werden. Das Naturhotel steht, es ist auch bereits teilweise befüllt mit Wildbienen-Nisthilfen, einer Igel-Überwinterungsbox und einem Halbhöhlenbrüter-Nistkasten. Davor wurde eine Trockenmauer aufgeschichtet, die zur Hälfte mit Erde befüllt und bepflanzt werden soll. Die andere Hälfte wird mit Sand und Steinen aufgefüllt, damit sich dort Eidechsen aufhalten können. 

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