Die Durchfahrtsverbotsschilder zum Naturschutzgebiet am Mombacher Rheinufer sind teilweise zugewuchert. Neue Schilder könnten deutlich machen, dass Autos dort nicht fahren dürfen. Foto: Silke Jungbluth-Sepp

MOMBACH – Der Rhein-Strand hat sich zur Partyzone entwickelt, die Besucher aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet anlockt. Ein Runder Tisch aller Betroffenen soll nun nach dem Willen des Ortsbeirats darüber diskutieren, wie das Miteinander in dem Naturschutzgebiet künftig aussehen soll.

Neben Klagen über den Rummel am sogenannten Mombeach gibt es laut Ortsvorsteher Christian Kanka vor allem „kreuz und quer“ parkende Autos, die für Chaos auf Zufahrtswegen sorgen.

Neben den Kanu- und Angelvereinen, den Kleingärtnern und den Grundstückseigentümern sollen Vertreter des Ortsbeirats, der Stadt und der Naturschutzverbände nun nach Lösungen suchen, mit denen Naturschutz und Naherholungswünsche in Einklang zu bringen sind. Als erste Maßnahmen sollen an den Zufahrten zum Unterfeld die Durchfahrtverbotsschilder für Pkw erneuert werden, wünscht sich der Ortsbeirat.

Ob es sinnvoll ist, versenkbare Poller an der Zufahrt vom Dänischen Bettenlager zu installieren, soll die Verwaltung prüfen. Markus Wetter (Grüne) berichtete, dass er im Sommer bis zu 100 Autos auf den drei Parkplätzen des Geländes gezählt habe, viele mit Kennzeichen von außerhalb.

Themenwechsel: Die Kläranlage in Mombach soll als erste im Land eine vierte Reinigungsstufe bekommen, informierte Wirtschafsbetriebs-Leiterin Jeanette Wetterling. Damit sollen künftig Hormone, Medikamentenrückstände, Röntgenkontrastmittel, Rostschutzmittel, Mikroplastik und Keime entfernt werden, die bislang fast unbehandelt mit dem Abwasser in den Rhein geleitet werden.

Das Wasser wird laut Wetterling zunächst mit Ozon, danach mit Aktivkohle behandelt, um diese Stoffe herauszufiltern. Als Nebenprodukt für die Ozonung entsteht Wasserstoff, der für Fahrzeuge genutzt werden kann.

Rund 33 Millionen Euro soll das Projekt kosten, das von Bund und Land mit je 6,6 Millionen Euro gefördert wird. Für die Bürger werde sich die Schmutzwassergebühr um 4,30 Euro pro Jahr und Einwohner erhöhen.

Teilen
Vorheriger ArtikelZum Ärger der Anwohner
Nächster ArtikelErinnerungen an Kasachstan
Redaktion
Diese Beiträge sind in unseren Redaktionen entstanden. Dazu sichten wir Pressemeldungen, eingesandtes Material und Beiträge von Vereinen, Organisationen und Verwaltung. Dies alles wird dann von unseren Redaktionsleitern verifiziert, bearbeitet und ansprechend aufbereitet. Oftmals ergeben sich daraus Themen, die wir dann später aufgreifen.