So wie dieses Jahr der KCK seine Sitzung gefeiert hat, wird es 2021 nicht kommen. Die Fastnachts eG empfiehlt die Absage von Sitzungen und Umzüge. Archivfoto: Ralph Keim

MAINZ – Die Mainzer haben Lust auf Fastnacht – aber nicht unter Corona-Bedingungen. Das ist eine der Kernaussagen einer Befragung zur Akzeptanz verschiedener Veranstaltungsformate unter der Annahme von Corona-Bedingungen. Das Mainzer Marktforschungsunternehmen m-result – the data company hatte dazu gemeinsam mit der Mainzer Fastnacht eG eine umfassende, nicht repräsentative Online-Befragung durchgeführt.

Ein überwiegender Teil der Befragten will in der Kampagne nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen, egal ob Umzüge oder Sitzungen im Saal. Die Bereitschaft, an Online-Sitzungen teilzunehmen, ist dagegen groß. Vorausgesetzt, sie kosten nichts.

Vor diesem Hintergrund wird die Mainzer Fastnacht eG in der Kampagne 2021 keine Präsenzveranstaltungen „im Saal und uff de Gass“ organisieren oder verantworten. Ihren 26 Mitgliedsgarden und -vereinen empfiehlt die Mainzer Fastnacht eG, sich ebenfalls entsprechend zu verhalten.

„Als Dachorganisation der Mainzer Fastnacht erwarten unsere Mitgliedsvereine und -garden von uns klare Handlungsempfehlungen. Dafür brauchten wir Informationen, die wir mit dieser Befragung nun haben. Unabhängig von der medizinischen Einschätzung, die wir nicht vornehmen können – es gibt offensichtlich kein Publikum für Präsenzveranstaltungen in diesem Jahr. Daher können wir niemandem empfehlen, Zeit, Geld und Herzblut dafür zu investieren“, so Markus Perabo, Vorstandssprecher der Mainzer Fastnacht eG. „Wir werden unsere Energie daher darauf konzentrieren, durch Nutzung von Synergien unseren Mitgliedern attraktive Online-Veranstaltungen zu ermöglichen“, so Perabo weiter.

Auch der MCV nimmt die Rückmeldungen aus der Befragung ernst. „Die Ergebnisse der Umfrage legen möglicherweise nahe, dass Umzüge in diesen Zeiten nicht die Akzeptanz haben, um sie wirtschaftlich und vor allem verantwortungsvoll durchführen zu können“, sagt Prof. Dr. Reinhard Urban vom MCV. „Wir werden allerdings Wege finden, das Brauchtum der Mainzer Fastnacht angemessen zu pflegen und lebendig zu halten“, so Urban weiter.

An der Online-Befragung haben innerhalb einer Woche rund 10.000 Fastnachtsinteressierte teilgenommen. Nicht einmal 20 % von ihnen würden an Fastnachtsveranstaltungen im Saal teilnehmen. Und weit mehr als 80 % des klassischen Sitzungspublikums (älter als 40 Jahre) plant in 2021 keinen Sitzungsbesuch. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen werden über alle Altersklassen hinweg mehrheitlich abgelehnt.

Knapp 40 % der Befragten würden dagegen an Fastnachtsveranstaltungen im Freien teilnehmen, 43,5 % an Fastnachtsveranstaltungen im privaten Umfeld und immerhin 57 % können sich vorstellen, an einer Online-Sitzung teilzunehmen. Muss allerdings dafür gezahlt werden, nimmt das Interesse stark ab.

„Interessant ist, dass sich auch diejenigen für Online-Sitzungen interessieren, die eigentlich mit Fastnacht gar nichts am Hut haben – das kann auch eine Chance für die Fastnacht sein. Die Fastnacht wird sich ins Private verlagern. Die Befragung zeigt aber auch: Die Kosten zu decken oder gar damit Geld zu verdienen, wird vermutlich kein Selbstläufer werden“, so Dr. Oliver Kohl, Geschäftsführer von m-result.

Details zur Studie unterhttps://m-result.com/marktforschung/umfrage-mainzer-fastnacht-in-der-kampagne-2020-2021/

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