Direkt unter der Dachrinne ist hier der geeignete Platz an der Ortsverwaltung. Foto: Helene Braun

MOMBACH – Mit dem Projekt für Mehlschwalben und Mauersegler schließt der Arbeitskreis Umwelt Mombach an Aktionen aus den Vorjahren an. Damals wurden mit der Hilfe von Spenden und aus eigenen Mitteln des Vereins Nisthilfen für Haussperlingen am Caritas Zentrum St. Rochus sowie an einem alten Trafohaus am alten Wasserwerk in Mombach angebracht. In diesem Jahr ist es die „Soziale Stadt“, die für die Kosten der Nisthilfen aufkommt. Anbringen sollten sie die Bewohner von Häusern, die dafür geeignet sind. Doch wer denkt, man steige einfach auf eine Leiter und hänge das Häuschen kurzerhand an eine passende Stelle, der irrt. Der Arbeitskreis berät und informiert interessierte Hauseigentümer gerne bei der Auswahl der richtigen Nisthilfe und der Orte zur Anbringung derselben, denn diese Vögel sind sogenannte Gebäudebrüter. Ansonsten sind sie nur in der Luft. An geeigneten Stellen brüten die beiden ähnlich aussehenden, aber nicht verwandten Arten direkt an den Wohnhäusern. Wer das selbst nicht kann, dem hilft der AK wie zum Beispiel an der Ortsverwaltung. Einen Steiger und zwei Männer vom Grünamt brauchte es dazu. Von unten sahen Mitglieder wie Vorsitzender Jürgen Weidmann und Ansgar Helm-Becker, stellvertretender Ortsvorsteher, zu. Viele Passanten blieben stehen und wollten wissen, was hier passiert. Häuser in der Emrichruhstraße, Braunwiesstraße, Backmuhlstraße und noch ein paar mehr suchte der Arbeitskreis zusammen mit den Grünamt-Leuten samt Steiger auf.

Jürgen Weidmann (li.) und Ansgar Helm-Becker zeigen, wie die Varianten für Mauersegler und Mehlschwalben aussehen. Foto: Helene Braun. Schon 23 Nisthilfen für Schwalben und Segler angebracht.

„Im Frühjahr haben wir begonnen, die Aktion zu organisieren und Nisthilfen für Schwalben und Mauersegler ausgelobt“, erzählt Weidmann. „Im Gegensatz zu andren haben wir noch sehr viele dieser beiden Arten im Ort. Und die Kolonien, die noch da sind, wollen wir stärken.“ Durch moderne Bauweise gingen die Nistplätze nach und nach verloren. „Dem wollen wir entgegen wirken“, so Weidmann weiter. Durch Spenden war es dem Verein möglich, 23 Nisthilfen zu erwerben. Dankbar ist er, dass die Stadt mit dem Hubsteiger sehr geholfen hat. Aber auch der kommt nicht überall hin. „Vielleicht erklärt sich ein Mainzer Dachdecker oder die Feuerwehr bereit, uns da zu helfen.“

Ansgar Helm-Becker lobte die Aktion: „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie haben viele Leute entdeckt, dass auch der Nahbereich wichtig ist.“ Er selbst habe Mauersegler am Haus im alten Ortskern. „Das ist faszinierend, sie zu beobachten.“

Der Arbeitskreis Umwelt Mombach e.V. engagiert sich seit mehr 25 Jahren für Natur und Umwelt in Mainz und Umgebung. Aktuelle Schwerpunkte seiner Arbeit sind der europaweit einzigartige Mainzer Sand, die Storchenwiese in Mombach und Budenheim sowie der Schutz der Gebäudebrüter in Mombach. Weitere Informationen über den Umweltverein, über Mitgliedschaft und Spenden findet man unter www.akumwelt.de.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.