Schulleiterin Gabriele Ptok freut sich: Zur Schaukel, auf der die Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, Spaß haben, kommen bald ein Trampolin und ein Karussell hinzu. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

NIEDER-OLM – Am liebsten würden die Schüler der Liesel-Metten-Schule in Nieder Olm „in jeder Pause die Baustellenaufsicht übernehmen“, schmunzelt Schulleiterin Gabriele Ptok. So spannend finden die Kinder mit Förderbedarf im Bereich der körperlichen und motorischen Entwicklung, die diese Schule besuchen, die Arbeiten am Außengelände. Als wäre der Zirkus in der Stadt. Die Kinder verfolgen das Geschehen aus Sicherheitsgründen nur aus der Ferne, „was sie sehr Schade finden“, meint Ptok lächelnd.

Zu sehen gibt es auf dem 6.500 Quadratmeter großen Außengelände seit Mitte Juli so Einiges. Nach 45 Jahren Nutzung ist für den Pausenhof die Zeit reif für eine Frischzellenkur.

Vor allem auf der Bodenoberfläche, erläutert die Schulleiterin: „Das Wurzelwerk verursachte erhebliche Unebenheiten.“ Zudem mussten einige kaputte Spielgeräte weg. Natürlich bleiben die intakten Geräte da, wie etwa die große Rollstuhlschaukel.

Wie sich die rund 130 Schüler ihren neuen Pausenhof vorstellen, das hat die Schulgemeinschaft im letzten Jahr gemeinsam besprochen. Unter anderem bekommen die Kinder ein Karussell und ein Bodentrampolin. „Beides ist für Rollstuhlfahrer geeignet.“ Dazu kommt eine Schaukel auf der man stehen, aber auch sich hinlegen kann, um den Himmel zu betrachten. Ein Highlight dürften die Beete werden, die etwas erhöht liegen, „damit auch Kinder im Rollstuhl gärtnern können“, freut sich Ptok. Auch zusätzliche Parkplätze sind im Konzept enthalten. Etwa 1,3 Millionen Euro kostet die Maßnahme, die vom Zweckverband, dem die Stadt Mainz und die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms angehören, getragen wird. „Wir sind dem Zweckverband, bei dem wir immer auf ein offenes Ohr und einen offenen Geldbeutel stoßen, sehr dankbar.“ Voraussichtlich Ende November sollen die Arbeiten beendet sein. „Für die Nutzung werden wir natürlich ein Konzept erstellen.“ Die Schule sei in der Corona-Zeit ohnehin sehr einfallsreich, stellt die Leiterin fest. Auch jetzt, da die Baustelle die räumlichen Aufenthaltsmöglichkeiten an der frischen Luft eingeschränkt hat.

Jede Klasse hat ihre eigene Pausenzeit, die sie in den kleinen Innenhöfen vor dem jeweiligen Klassenzimmer genießt. Es gebe genügend Platz für Fußball oder Wasserspiele. Seifenblasen pusten oder einfach Musikhören sorgen für Abwechslung. „Wir haben viele Kinder, die ihre Masken aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen müssten und es dennoch tun“, fügt Ptok hinzu. Sie seien stolz, dass sie es schaffen „und sie diskutieren nicht, ob das sein muss“. Durch Verhalten wie dieses, findet Ptok, zeige sich wie so oft, dass die Kinder selber den größten Einsatz für die Inklusion zeigen. Die hygienischen Verhaltensregeln hat die Schule mit ihnen eingehend besprochen und trainiert, „und wir werden es in den nächsten Tagen‘ erneut wiederholen“. Die Sorge um die Gesundheit der Schüler dürfe uns nicht lähmen“, meint Ptok. „Wir lernen nicht trotz, sondern mit der Pandemie zu leben“.

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