Ulrich Hansen, Wendelin Schultheis und Willi Stoppelbein übergeben die Laptopspende an eine Ober-Olmer Familie. Foto: privat

OBER-OLM – Es ruht nicht: Das Team des Ober-Olmer Repair Cafés bleibt auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten, die an jedem letzten Samstag im Monat sind, am Ball. Für die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben ihre fleißigen Hände 13 Laptops repariert, aufbereitet und bereits überreicht. Auch mit reparierten Druckern beschenkten die IT-Reparateure die Familien. „Sie standen vor der Verschrottung“, sagt Wendelin Schultheis von der Seniorenvertretung in Ober-Olm. Er hat Anfang des Jahres das Repair Café im Ort ins Leben gerufen.

Etwa 20 Geräte haben die Repair Café-Mitarbeiter bisher eingesammelt. „Die Spenden stammen von Privatpersonen und Firmen“, ergänzt Ulrich Hansen, der viele Stunden im heimischen Keller beim Neuprogrammieren verbracht hat. Um das Jahr 2013 in Betrieb gegangen, mussten die Rechner technisch aufgerüstet werden.

„Wir haben in jedem Computer eine SSD-Festplatte verbaut, damit sie schneller laufen.“ Warum er nicht die Linux-Software, sondern Windows 10 und die Microsoft-Office-Anwendung eingesetzt habe, erklärt Hansen mit einem integrativen Gedanken. „Nichts gegen Linux, Linux ist super“, sagt er. Doch er gibt zu bedenken: „Wenn die Schüler beispielsweise in Arbeitsgruppen mit ihren Laptops kommen, dann sind sie immer diejenigen, die mit dem anderen System arbeiten.“ Mit den Microsoft-Programmen seien die alten Laptops den Rechnern der Mitschüler ebenbürtig, meint Hansen.

Damit die Programme auch problemlos laufen, haben Bernd Imperial und Dietmar Kirschner zuvor an den Prozessoren die Wärmeleitpaste erneuert. „Nach siebenjähriger Nutzung trocknet sie üblicher Weise ein. Der Rechner wird heiß, drosselt den Prozessor. Die Rechenleistung verlangsamt sich. Zudem läuft der Lüfter dauernd, so dass der Laptop laut wird“, erläutert Hansen. Was für Laien ein Grund zum Entsorgen wäre, habe sich mit dem Fachwissen der IT-Leute simpel lösen lassen. Darüber hinaus wurden neue BIOS-Batterien eingelötet. „Zum Teil musste auch die Kunststoffoberfläche rund um die Tastatur erneuert werden.“ Mit Sinn für Details kamen die Spenden in funkelnagelneue Taschen.

Bisher freuten sich unter anderem Grundschüler aus Stadecken-Elsheim sowie Jugendliche, die aus Syrien und Armenien nach Deutschland kamen über die Geräte. „Es sind noch einige Laptops vorhanden die aufbereitet werden können“, so Schultheis. Die Aufbereitung der Geräte war übrigens mit etwa 3.000 Euro nicht billig. Für die Refinanzierung der Ersatzteile wurden daher einige PC nach der Instandsetzung verkauft. Etwa 1.000 Euro steuerte die Ortsgemeinde bei.

Teilen
Vorheriger ArtikelMit dem Rolli auf das Karussell!
Nächster ArtikelStadecker Kerb mobil
Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.