Stifter Michael Eckes, Museumsdirektorin Ludwig, Künstlerin Liesel Metten und Kulturdezernentin Grosse sind sichtlich begeistert von den Kunstwerk. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Das Gutenberg-Museum ist um eine Attraktion reicher: Die Liesel-Metten-Schule in Nieder-Olm hat in mehreren Auflagen „Büchersessel“ geschaffen, die an verschiedenen Standorten einen Platz gefunden haben – so auch in Mainz, genauer gesagt im Innenhof des Gutenberg-Museums. Dort wurde die bronzene Großplastik im Beisein von der bekannten Künstlerin Liesel Metten feierlich enthüllt.

Und auf diesem ganz besonderen Sessel darf der Besucher des Gutenberg-Museums gerne Platz nehmen. Das gebührte selbstverständlich Liesel Metten zuerst. Und die Künstlerin zeigte sich sehr erschrocken. „Der ist ziemlich heiß“, mahnte sie die zahlreichen Fotografen lachend zur Eile. Danach durften Kulturdezernentin Marianne Grosse, Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig und Michael Eckes als Stifter des Kunstwerkes ebenfalls Platz nehmen.

Sie alle zeigten sich begeistert und beeindruckt von dem Kunstwerk, das eindeutig einer Person gewidmet ist: Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks. Wie viele Bücher in den Jahrhunderten seit Gutenberg gedruckt worden sind, keiner kann das auch nur annähernd abschätzen. Ebenso wenig, wie viele Bücher achtlos weggeworfen wurden. Der aus Büchern bestehende Sessel soll daher auch daran erinnern, dass es sich beim Buch um ein wertvolles Gut handelt, das nicht verdient hat, im Altpapiercontainer zu landen.

So sieht der Büchersessel aus. Foto: Ralph Keim

Und solche, aus Altpapiertonnen gerettete Bücher stellten denn auch die Grundlage für den „Büchersessel“ dar. An der Liesel-Metten-Schule in Nieder-Olm entstand so ein Projekt, bei dem nicht weniger als 400 Bücher eingegipst und nach dem Trocknen bearbeitet wurden. Das Ergebnis steht nicht nur im Innenhof des Gutenberg-Museums und wird „Gutenberg-Sessel“ bezeichnet. Der Wilhelm-Holzamer-Sessel ehrt den gleichnamigen Nieder-Olmer Dichter. Ein weiterer Sessel bereichert den Campus der Johannes-Gutenberg-Universität, der vierte, der „Rabenstuhl der Poesie“, wird in Bacharach aufgestellt.

Die im Innenhof des Museums aufgestellte Großplastik ist eine temporäre Leihgabe, die zunächst drei Jahre zu bestaunen sein wird.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“