Die Säulen in der Unterführung zieren jetzt die Logos und Symbole der Vereine. Foto: Helene Braun

LAUBENHEIM – Für die Zeit der Pandemie war die Einweihung bestimmt nicht geplant. Aber sie kommt gerade recht. In Zeiten, wo Vereinsmitglieder die Treffen und Proben vermissen, ist die Gestaltung der Säulen in der Unterführung ein Zeichen an die Laubenheimer Bürger. Ein Spagatsprung symbolisiert die Akrobaten, die Sängervereinigung hat die aufwendig bestickte Fahne als Motiv gewählt, das Herz in den Händen hält die AWO. Zwölf Vereine und der Ortsbeirat haben sich verewigt, doch bis es soweit war, dauerte es vier Jahre. Nun weihten etwa 50 Vereinsvertreter zusammen mit dem Ortsbeirat und Ortsvorsteher Gerd Strotkötter die neu gestalteten Säulen zwischen Laubenheim-Ost und -West mit einer Feier auf der Wiese vor dem Bahnhof ein, guten Mutes und mit einem Schluck Laubenheimer Weins. Vereine sorgen für den Zusammenhalt in einer Gemeinde oder wie hier im Stadtteil. Sie wirken identitätsstiftend für den Ort, bilden Körper und Geist und sind der Kitt der Gesellschaft. Strotkötter sagte: „Die Vereine sind die tragenden Säulen einer Dorfgemeinschaft.“

Eddy Ginter (re.) hatte die Idee, hier mit dem heutigen Vorsitzenden der Sängervereinigung Bernhard Marin. Foto: Helene Braun

Der Wein ist auf allen Säulen vertreten, zwei Ellipsen zeigen ein Piktogramm für die Vereinstätigkeit und ein selbst gewähltes Motiv wie etwa das Vereinswappen. Doch längst nicht alle Vereine finden hier Platz. Wer sich auf die 14. Säule aufbringen darf, ist noch unklar. Ob jetzt ein Run auf die freie Stelle losgeht, wird sich bald zeigen. Stellvertretender Ortsvorsteher Paul Stenner hat noch eine andere Idee. Man könne Laubenheim und den Rhein thematisieren. Die Grundidee stammt allerdings von Eddy Ginter, dem früheren Vorsitzenden der Sängervereinigung.

Um zur Gesangsprobe von Ost nach West zu gelangen, durchquert er seit Jahren die Unterführung und ärgerte sich immer über den unschönen Anblick. Auf dem Weg zur Neujahrsveranstaltung der Sänger hatte er die zündende Idee. Die Vereine sollten sich auf den Säulen verewigen und so zur Verschönerung beitragen. Er wandte sich an den Ortsvorsteher, der zeigte sich der Idee zugetan. Eddy Ginters Vorstellung jedoch, jeder teilnehmende Verein nähme Pinsel und Farbe zur Hand, war mit der Stadtverwaltung so nicht umzusetzen. Es musste für Einheitlichkeit in den Entwürfen gesorgt und ein Künstler engagiert werden, der den Pinsel führte. Mehrere Ämter waren beteiligt, am Ende musste das Kulturamt zustimmen.

Nun hoffen die Beteiligten, dass sich kein Vandalismus breit macht. „Eigentlich sind schöne Bilder für wilde Sprayer tabu“, wusste Gerd Strotkötter. Das sehe man auch am Bahnhof, wo der Ortsbeirat vor einiger Zeit eine professionelle Bemalung initiiert hatte. Für die unansehnliche Lochwand, die die Unterführung durchzieht, werde es auch bald auch eine Verschönerungsidee geben, aber erst einmal werde gefeiert.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.