Bei der Erläuterung des Bebauungsplans (v.l.): Frank Röhr, Marianne Grosse und Ralf Kehrein. Foto: Helene Braun

WEISENAU – Nach fünf Jahren intensiver Zusammenarbeit, den Einwendungen der Bürger und des Ortsbeirates steht am Ende wie so oft bei Bebauungsplänen ein Kompromiss, so Baudezernentin Marianne Grosse (SPD). Der Bebauungsplan für die Entwicklung des Wohnquartiers „Ehemalige Brauerei Wormser Straße“ in Weisenau befindet sich zurzeit in erneuter Offenlage. Das macht Frank Röhr vom Mainzer Unternehmen Fischer & Co. als Vorhabenträger „doch sehr glücklich“, wie er bei der Baustellenbegehung äußerte.

Das imposante Hauptgebäude bleibt bestehen. Foto: Helene Braun

Die Gebäude zwischen Dr.-Friedrich-Kirchhoff-Straße und Wormser Straße sind bis auf das mächtige Bestandsgebäude niedergelegt, Baugruben tun sich auf, Baufahrzeuge warten auf weiteren Einsatz. Das Gebäude Wormser Straße 153 wird als zentraler städtebaulicher Punkt erhalten bleiben und durch eine Wohnbebauung ergänzt. Bauterrassen auf unterschiedlichen topografischen Ebenen bestimmen das künftige Bild, auf denen die einzelnen Baukörper gruppiert werden sollen. Die vorhandenen Gewölbekeller werden unter Landesdenkmalschutz gestellt. Für das Sudhaus ist gewerbliche Nutzung angedacht.

Nahezu 20.000 Quadratmeter umfasst das ehemalige Brauereigelände am Hang, auf dem oberhalb der Wormser Straße rund 200 Wohnungen entstehen sollen. Ausgelöst hatte das Ganze eine Bauvoranfrage von 2015, die der Stadt nicht so recht gefiel. Dem Aufstellungsbeschluss folgte eine Veränderungssperre. Intensive Gespräche mit Fischer und Co. und die Beteiligung aller Betroffenen förderten schließlich einen detaillierten Kompromiss zutage. Bereits in den Rahmenplan war auch der Bereich des sogenannten Eiskellers aufgenommen, der dann 2017 beschlossen wurde. Nun sind drei Büros für unterschiedliche Gestaltungs-Schwerpunkte verantwortlich. 25 Prozent der Wohnungen werden sozial gefördert, ansonsten setzt Fischer und Co. auf Eigentumswohnungen. „Es stellt sich als ein städtebaulich sehr wertvolles Gesamtensemble dar“, sagte Grosse.

Eine wichtige Änderung betreffe im Bereich des Eiskellers die Reduzierung der Höhe um ein Geschoss auf Anregung des Ortsvorstehers Ralf Kehrein und des Ortsbeirates. In diesem Bereich sind zwei kleine Stadtvillen mit acht bis zehn Wohnungen geplant. Kleinteilige Bebauung im Wechsel mit Geschossbau, gut geplanten Frei-und Spielflächen sowie Parkraum und dem historischen Hauptgebäude, ein großer Quartiersplatz, dazu eine tolle Aussicht auf den Rhein aus allen Wohnungen: „Das kann hier eine echte Praline an Wohnquartier werden“, ist Baudezernentin Grosse überzeugt. Ralf Kehrein wies darauf hin, dass man ein Verkehrskonzept benötige, weil sich die Zahl der Wohnungen auf dem Areal verdreifachen werde.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.