Marienborns Ortsvorsteher Dr. Claudius Moseler. Foto: Archiv

MARIENBORN – Nach der Kommunalwahl im vergangenen Jahr begann für Dr. Claudius Moseler die zweite Amtsperiode als Marienborner Ortsvorsteher. Zeit für ein erstes Fazit.

Herr Dr. Moseler, wie bewerten Sie das erste Halbjahr?

CLAUDIUS MOSELER: Es ware von der Corona-Pandemie dominiert, so dass viele Aktivitäten auch bei uns in Marienborn leider nicht stattfinden konnten. Ich denke hier vor allem an viele Vereinsveranstaltungen, aber auch das politische Leben war eingeschränkt. Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Ortsbeiratsmitglieder haben überparteilich die Initiative „Marienborn hilft“ ins Leben gerufen, um Menschen in der Krise zu unterstützen. 

Wie war dazu die Resonanz?

CLAUDIUS MOSELER: Hier zeigte sich allerdings, dass der Bedarf weitaus geringer war als gedacht und offenbar der Zusammenhalt und die Nachbarschaftshilfe in Marienborn funktioniert. Trotzdem danke an alle, die sich bei diesem Projekt beteiligt haben. Die Folgen der Coronakrise sind in allen Details noch nicht absehbar, trotzdem gilt es gleichermaßen sowohl positive Erfahrungen der Krise zu würdigen, aber auch die Probleme vieler Menschen ernst zu nehmen, die durch die Krise in wirtschaftliche und soziale Not geraten sind. Daher muss die Gesellschaft diese Krise in einem gesellschaftlichen Diskurs ordentlich aufarbeiten. Fehler und Versäumnisse müssen thematisiert werden, aber auch Dinge, die gut gelaufen sind.

Was tat sich abseits der Coronakrise?

CLAUDIUS MOSELER: In den vergangenen Monaten prägte der geplante Abriss des Einkaufszentrums am Sonnigen Hang die Debatten. Nach erheblichem politischen Druck durch den Ortsbeirat und die Bevölkerung konnte erreicht werden, dass eine Veränderungssperre sowie ein Bebauungsplan für die vom Investor projektierte Wohnbebauung vom Ortsbeirat und vom Stadtrat beschlossen werden konnte. Ich hoffe, dass wir eine dauerhafte Lösung für unsere sozialen Einrichtungen, unsere Gastronomie und unsere Einkaufsmöglichkeiten im Wohngebiet am Sonnigen Hang finden können.

Was tut sich bei den anderen Themen?

CLAUDIUS MOSELER: Wir haben auch einige Dauerbrenner, die uns immer wieder begleiten, zum Beispiel der Lärmschutz. Ich setze mich weiterhin für ein Tempolimit auf den Autobahnen auf Tempo 80 ein, damit die Anwohnerinnen und Anwohner der benachbarten Marienborner Wohnbebauung weniger Lärm ertragen müssen. Auch muss eine Überdeckelung der Autobahn im Bereich der Marienborner Wohnbebauungen weiterhin Thema sein. Aufgrund der Baumaßnahmen am Mainzer Kreuz mussten wir uns wieder intensiver mit der Problematik des Durchgangsverkehrs beschäftigen. Leider konnten hier nicht für alle Seiten befriedigende Lösungen gefunden werden. Ich werde mich aber jetzt mit den Verkehrszählungen der letzten Jahre beschäftigen und mich danach noch einmal mit einer Bewertung äußern.

Wie steht es um den geplanten Einkaufsmarkt?

CLAUDIUS MOSELER: Der Bebauungsplan für einen neuen Einkaufsmarkt gegenüber dem Sportplatz ist bei der Verwaltung in Arbeit, hier müssen wir die weiteren Entwicklungen abwarten. Darüber hinaus hat der Ortsbeirat gemeinsam mit der Urstrom Genossenschaft ein Projekt für Carsharing mit Elektrofahrzeugen angestoßen. Hier sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen an dem Projekt mitzuwirken. Ich bin derzeit mit der Mainzer Mobilität im Gespräch, dass auch in Marienborn neue Fahrradstationen für die gelben Leihfahrräder an geeigneten Standorten ausgewiesen werden. Dieses Projekt wird voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Inzwischen sind die Tiefbauarbeiten in der Wiesenstraße durchgeführt worden, so dass die Straße neu geteert werden konnte und somit hier sämtliche Schlaglöcher beseitigt werden konnten. Auch wurde inzwischen ein Teil eines Bürgersteiges im Borner Grund neu hergerichtet, dort wo inzwischen eine Bauruine abgerissen wurde. Außerdem hat der Ortsbeirat in einem neuen Anlauf beschlossen, dass der Platz vor der Ortsverwaltung saniert werden muss, und hat die Verwaltung gebeten, hier die Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Kosten zu prüfen.

Wann öffnet eigentlich die Ortsverwaltung wieder?

CLAUDIUS MOSELER: Nach der Corona-bedingten Schließung soll sie im Laufe des Monats August wieder geöffnet werden. Dies habe ich in einem Gespräch mit dem Bürgeramt so vereinbart. Darüber hinaus setzt sich der Marienborner Ortsbeirat dafür ein, dass die Öffnungszeiten der Ortsverwaltung auch in Fällen von Urlaub und Krankheit ihrer Mitarbeiterin in Zukunft durch entsprechende Vertretungskräfte sichergestellt werden sollten. 

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“