In der Uhlerbornstraße finden Anwohner keinen Parkplatz mehr. Foto: Helene Braun

FINTHEN – Nach wie vor liegen in Finthen die Probleme hauptsächlich auf der Straße. So formuliert es Ortsvorsteher Manfred Mahle (SPD). Eine Lösung zur Reduzierung des Verkehrs auf der Ortsdurchfahrt Kurmainstraße/Flugplatzstraße wäre nur durch eine Umgehung zu realisieren. Dafür hat Finthen schon sehr viele Jahre gekämpft, eine Entlastung ist aber nach wie vor nicht in Sicht, auch nicht durcheinen Autobahnanschluss an die Römerquelle. Zurzeit macht aber insbesondere auch der ruhende Verkehr zu schaffen.

In der Uhlerbornstraße beobachtet der Ortsvorsteher, dass Ortsfremde ihren Pkw oder Transporter dort abstellen, um dann mit dem ÖPNV zum endgültigen Zielort, zum Beispiel in die Innenstadt, zu gelangen. Für die Bewohner bleibt dann nicht mehr viel übrig an Parkraum. Andererseits werde jeden Tag vom Ordnungsamt kontrolliert und wieder trifft es die Anwohner, die keinen Parkplatz mehr gefunden haben. Auf dem Friedhofsparkplatz sei es dasselbe. Hier sollen Elke Schmitt vom Verkehrsüberwachungsamt und Udo Beck von der Straßenverkehrsbehörde sich die Lage vor Ort ansehen und eine Lösung vorschlagen. „Wir brauchen ein Konzept“, sagt Mahle. „Mein Wunsch wäre, Anwohnerparken einzuführen.“ Eine andere Lösung sieht der Ortsvorsteher in einem Park&Ride-Platz auf dem Layenhof. „Dafür aber müsste auch das ÖPNV-Angebot stimmen.“

In der Uhlerbornstraße finden Anwohner keinen Parkplatz mehr. Foto: Helene Braun

Entlang der Römerquelle auf der Waldthausenstraße dagegen wird – hauptsächlich ortseinwärts – „ziemlich stark gerast“. Hier wollte die SPD im Ortsbeirat unter Zustimmung aller Fraktionen Tempo 30, zumindest in der Nacht, einführen. Mahle wohnt in der Gegend zusammen mit rund 400 anderen Einwohnern, die nachts den Lärm nicht mehr ertragen. Die Stadtverwaltung lehnte ab. 60 Dezibel an Lärmaufkommen wären für eine Änderung nötig, 50 wurden gemessen. Auch der „Flickenteppich“ Kurmainzstraße macht Lärm, vor allem wenn Lkw durchbrettern. Ein Teilstück wurde daher bereits als Tempo 30-Zone in der Nacht ausgewiesen, nun ist ein weiteres Tempo 30-Gebot für das Stück unmittelbar im Anschluss an die Kreuzung Kurmainstraße/K11/Katzenberg realisiert. Dazu wurde der Ortsbeirat nicht gehört, da es sich um einen Unfallschwerpunkt handelt. „Wir wären aber schon gerne informiert gewesen“, so Mahle.

Der Ortsbeirat würde nun gerne die zeitlich eingeschränkte Zone auf 24 Stunden erweitern, denn: „Einige Häuser stehen sehr nahe an der Straße und die Einwohner leiden unter Lärm und Staub durch den Verkehr“, kritisiert Mahle. „Ich rechne mit einer Zustimmung der Verwaltung.“ Eine Einbeziehung der Flugplatzstraße in die gewünschte Regelung sieht der Ortsvorsteher zurzeit nicht als unbedingt nötig an. Es werde sowieso schwierig, da es sich um eine Landesstraße handelt. Da müsse man schon eine sehr überzeugende Begründung vorbringen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.