Auf der Bühne gab es abwechslungsreiche Wettkämpfe und Spiele. Foto: Ralph Keim

INGELHEIM – Frei-Weinheim ohne Hafenfest? Bis vor wenigen Monaten war das undenkbar. Doch die Coronakrise machte das Undenkbare leider zur Realität: Die Absage des beliebten Volksfestes schmerzte sehr, aber schon bald war klar, dass es eine Alternative geben wird. Und so zog das Hafenfest kurzerhand in die Veranstaltungshalle kING um. Doch auch hier musste das spärliche Publikum Abstand halten. Die Zeiten sind nun einmal so.

Beim Fassbieranstich benötigte Rotweinkönigin Ann-Kathrin (links) einige Schläge, bis der Gerstensaft floss. Foto: Ralph Keim

„Hafenfest gemeinsam zu Hause“ hieß der Abend, denn über einen Livestream wurde das bunte Programm in zahlreiche Wohnzimmer gebracht. Moderator Andreas Bockius – als Frei-Weinheimer durch und durch und ehemaliger Sitzungspräsident des CV Frei-Weinheim hat er sich so auf das Hafenfest gefreut – ließ sich seinen Kummer ob der Absage nicht anmerken. Auch Kulturdezernentin Eveline Breyer lächelte tapfer, als sie zusammen mit Rotweinkönigin Ann-Kathrin Harth das Bierfass anstach – wie es beim echten Hafenfest Brauch ist. Es dauerte zwar einige Schläge, doch dann floss der Gerstensaft.

Es folgte ein abwechslungsreiches Programm, unter anderem mit Wettkämpfen und lustigenSpielen auf der Bühne. Im Pfeilwerfen-Häuschen saß derweil Rotweinkönigin Ann-Kathrin und beobachtete die Reaktionen auf den Livestream. Und die waren durchweg positiv: „Tolles Samstagabend-Format“, postete ein Zuschauer. „Fast wie früher bei Spiele ohne Grenzen“, ein anderer.

Die Band „DisCover“ umrahmte den Abend musikalisch. Foto: Ralph Keim

Zwischendurch gab es immer mal wieder „Liveschaltungen“ zur leeren Festwiese im Frei-Weinheimer Rheinufer, wo normalerweise der Bär steppen würde. Und die Schausteller-Familie Marx wäre dabei gewesen. In diesem Jahr präsentierte die Familie Marx zum besonderen Hafenfest eine besondere Überraschung: Die „Hafenfest-Tüte-to-Go“ war gefüllt mit allerlei festen und flüssigen Leckereien. Die Familie Marx ist vom Hafenfest nicht mehr wegzudenken und so war sie selbstverständlich ebenfalls zu Gast in der kING, wo ihnen Moderator Bockius auf der Bühne so einige Anekdoten entlockte.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Liveband „DisCover“. Über die große Leinwand wurden immer wieder Clips eingespielt. Bei den Fotos vom Hafenfest kam jedoch bei etlichen im Saal eine sentimentale Stimmung auf. Die Ingelheimer Mole war an den Abenden des Normalerweise-Hafenfestes rot angestrahlt, womit auch auf die schwierige Situation der Veranstaltungsbranche aufmerksam gemacht wurde. Und auch in der Hoffnung, dass es in einem Jahr wieder das Hafenfest in seiner bekannten Art geben wird. Aber vielleicht, so Kulturdezernentin Breyer zum Schluss der Veranstaltung, in seinem Konzept ein wenig überarbeitet und mit „mehr Rhein“.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“