Friedhelm Kärcher und Jupp Heck beobachten seit 20 Monaten den Stillstand am Heiligenhäuschen. Langsam droht es zu zerfallen. Foto: Helene Braun

LAUBENHEIM – Viel weiß man nicht über das Heiligenhäuschen am Koppernweg, aber die Laubenheimer hängen daran. Von den Jahren und der Witterung stark in Anspruch genommen, wies die Wegekapelle Risse auf. Das Heljerheisje droht zu zerfallen. Nun ist es schon seit Ende 2018 eingezäunt, aber nichts war geschehen seitdem. Gerade als Jupp Heck und Friedhelm Kärcher von der Arbeitsgruppe Historisches Laubenheim im HVV die Misere zeigen wollten, fand man das Häuschen verändert vor. Die Gebäudewirtschaft (GWM) war da, der Putz war weg und die Natursteine sind zu sehen – und auch die Risse, die tiefer gehen. „20 Monate sind ins Land gegangen, ohne dass etwas Entscheidendes passiert ist“, sagt Friedhelm Kärcher. Irgendwann habe er auf seine Fragen von der GWM keine Antwort mehr erhalten.

Auf Nachfrage der Lokalen Zeitung bei der Stadt Mainz war zu erfahren, dass die Fertigstellung der Arbeiten für Herbst dieses Jahres gedacht ist. In mehreren Teilschritten soll von der Bauhütte der GWM die Wegekapelle wieder instand gesetzt werden. Dazu gehören die Reduzierung des Gewölbeschubs durch statische Ergänzungsmaßnahmen, die Mauerwerksstabilisierung durch Vernadeln der Wandscheiben und das Verfüllen der Risse. Nach dem Verputz erhalten die Wände einen neuen Anstrich. Die Heiligenfiguren, ein barocker Kreuz tragender Christus, eine im barocken Stil neu geschaffene Madonna und eine kleine männliche Barockstatue mit einem Knaben auf dem Arm, sind aktuell im Lager der Gebäudewirtschaft in Hechtsheim fachgerecht eingelagert.

Die Verzögerungen, die Heck und Kärcher anmahnten, seien einer Anreihung unglücklicher Umstände Umständen geschuldet, unter anderem der Corona-Pandemie und dem derzeitigen Mangel an Handwerkern, sagte Ortsvorsteher Gerd Strotkötter (SPD). „Der GWM kann man hierbei die Schuld nicht geben.“ Kärcher verspricht: „Ich werde jetzt alle 14 Tage hier oben stehen und nachschauen.“

Heiligenhäuschen waren immer ein Zeichen der Frömmigkeit und Orte der Besinnung. Bei Prozessionen konnten sie als Unterwegsstation zur Spendung des sakramentalen Segens dienen, bei Wallfahrten als Station. Sie wurden häufig nicht von der Allgemeinheit, sondern von einzelnen Familien gestiftet, die dadurch in der Öffentlichkeit ihren Glauben bekannten.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.