Projektmanager Felix Wälder, Bürgermeister Günter Beck, Prokurist Andreas Drubba und Ortsvorsteher Manfred Mahle (v. li.) sind vom neuen Finther Bürgerhaus begeistert. Foto: Ralph Keim

FINTHEN – Geplant war eine große Feier, die das ganze Wochenende gedauert hätte. Doch die Coronakrise machte dem einen Strich durch die Rechnung. Und so wird das neue Bürgerhaus in Finthen offiziell lediglich virtuell eröffnet. Erste kleinere Veranstaltungen wie Sitzungen hat es ja bereits gegeben.

Im Außenbereich wird noch gewerkelt. Foto: Ralph Keim

Bei einer Besichtigung für die Presse erläuterten Bürgermeister Günter Beck, Projektmanager Felix Wälder und Andreas Drubba, Prokurist der Mainzer Bürgerhäuser GmbH, noch einmal die Historie der vergangenen vier Jahre. Denn mit Workshops für interessierte Bürger nahm das Projekt „Neues Bürgerhaus“ 2016 seinen konkreten Verlauf. „Zuvor haben die Finther 20 Jahrelang für eine neue Sporthalle gekämpft“, erinnerte der Bürgermeister.

Glas und Beleuchtung im interessanten Wechselspiel. Foto: Ralph Keim

Dank Landesfördermittel sei es dann gelungen, den Neubau des Bürgerhauses ins Auge zu fassen und umzusetzen. Die ungefähre Preisvorstellung für das neue Finther Bürgerhaus lag damals noch bei fünf Millionen Euro. Jetzt am Schluss dürften es rund 8,7 Millionen Euro sein. Bürgermeister Beck begründete dies mit den zum Teil nicht unerheblichen Preissteigerungen in einer Branche, die bereits seit Jahren boome. „Wir haben beispielsweise für den ausgeschriebenen Rohbau des Bürgerhauses lediglich ein Angebot bekommen“, verdeutlichte Beck. Vor zwei Jahren erfolgte schließlich die feierliche Grundsteinlegung. Mit den vier Jahren Planungs- und Bauzeit zeigte sich der Bürgermeister sehr zufrieden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mittelpunkt des Neubaus ist selbstverständlich der 380 Quadratmeter große „Saal der Lebensfreude“. Auch die anderen Räume verweisen mit Namen wie „Finther Stübchen“ oder auch Saal Kirchborn auf den Stadtteil. Für Veranstaltungen kann auch das Foyer genutzt werden, das unter anderem mit einer Theke und der entsprechenden Küche aufwartet.

Ein Blick in den ersten Stock. Foto: Ralph Keim

„Auf eine Klimaanlage haben wir verzichtet“, führte Felix Wälder weiter aus. Vielmehr werde die Außenluft erst über einen unterirdischen Schotterspeicher geleitet, bevor sie in die Räume und Säle gelangt. „Im Sommer ist die Luft dann angenehm kühl und im Winter bereits vorgewärmt.“ Große Fenster gebe es nur an den Gebäudeseiten, die im Sommer nicht so stark von der Sonne beschienen werden. Sympathische Randnotiz: Im neuen Bürgerhaus stehen die Stühle aus dem Vorgängerbau – selbstverständlich aufbereitet.

Optisch besticht das zweistöckige Bürgerhaus mit seinen markanten Beton- und seinen Holzelementen sowie den Fenstern. Selbstverständlich ist das Gebäude in allen Belangen barrierefrei gehalten. Ortsvorsteher Manfred Mahle zeigte sich begeistert von dem Neubau. „Jetzt muss das Bürgerhaus nur noch mit Leben gefüllt werden.“ Er mahnte allerdings an, dass die Anmietung für die Vereine erschwinglich sein müsse.

Mahle freut sich bereits auf seine neuen Büroräume. Denn Mitte August soll auch die Ortsverwaltung ins Bürgerhaus einziehen. Und in etwa zwei Monaten soll die neue, sechsgruppige Kita eröffnet werden, die hinter dem Bürgerhaus gebaut wurde.

Damit die Bürger das neue Bürgerhaus und seine Räume dennoch erleben können, erfolgt am Samstag, 11. Juli, unter www.mainzer-buergerhaeuser.de eine virtuelle Eröffnung mit Informationen, einer Fotodokumentation sowie einem humorigen Film mit dem aus der Fastnacht bekannten Hausmeister Begge Peder.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“