Doris Schmahl schätzt den Blick auf das Selztal und Nieder-Olm, der nicht verbaut werden soll. Foto: Helene Braun

ESSENHEIM – Mitten im Dorf, wo früher noch alte Höfe, Nebengebäude und Scheunen dicht beieinander standen und wo jetzt Autos parken, soll bald die neue Ortsmitte das vorhandene Ensemble aus Rathaus, Kunstverein, Kirche und Domherrnhof ergänzen. Vom Dalles kann man wunderbar den Platz und die Landschaft überschauen bis nach Nieder-Olm. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Rat die Inhalte des Bebauungsplanes nahezu einstimmig mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Nun geht der Bebauungsplan in die Offenlage. „Wenn alles klappt, können wir vielleicht Ende des Jahres den Spatenstich machen“, hofft 1. Beigeordnete Doris Schmahl (Freie Wähler).“ Zurzeit vertritt sie Bürgermeister Winfried Schnurbus (parteilos), der viel unterwegs gewesen sei, um einen Investor zu finden. Dankbar ist sie auch für die Unterstützung durch die Verbandsgemeinde.

Der Investor ist nun gefunden, der Rat hat zugestimmt. Die Bauträgerfirma Fischer & Co. aus Mainz wird zwei L-förmige Gebäude bauen zur Hauptstraße hin und an der Straße der Champagne. „Ohne Investor ist ein solches Projekt für die Gemeinde nicht zu stemmen“, erklärt Doris Schmahl. Man habe mit Fischer einen Konsens gefunden. „Diese beiden Häuser sind die minimale Bebauung, bei der ein Investor bereit ist mitzugehen.“ Im Erdgeschoss soll sich reines Gewerbe ansiedeln, im ersten Stock wird es Wohnen und Gewerbe gemischt geben und im Dachgeschoss reines Wohnen. Ziel sei auch gewesen, einen regionalen Investor zu finden, an den nun ein Teil des Platzes verkauft wird. Der Blick ins Selztal wird von den beiden Häusern nicht getrübt werden, zum einen der L-förmigen Anordnung wegen, zum anderen, weil die obere Kante der Gebäude sich unterhalb des Rathausfirstes befinden wird.

Enthalten sein soll dazwischen der „Park der Begegnung“, den die Gemeinde ganz nach ihrem Gusto gestaltet. Ein Pavillon kann als Mehrzweckraum genutzt werden. Im Zentrum wird die Gemeindefläche zu mindestens 30 Prozent begrünt, an der Schulstraße entsteht ein Parkdeck, eine Bushaltestelle wird gegenüber dem Rathaus eingerichtet. Die Straße muss teilweise erneuert werden. Wie viel vom Ganzen an der Gemeinde hängenbleibt, ist jetzt noch nicht klar. Insgesamt spricht Schmahl von fünf oder sechs Millionen Euro für das Gesamtprojekt. Indes hofft man auf die schon lange vom Land zugesagte Förderung, von der ein Teil bereits der Kirchentreppe gewidmet wurde. Die genauen Details der Planung werden zusätzlich in einem städtebaulichen Vertrag festgehalten. Hier will die Gemeinde auf Nummer sicher gehen, damit festgelegt ist, wem am Ende was gehört und wer wofür verantwortlich ist. Das Spannende in Essenheim im Rat sei aber eigentlich das engagierte Miteinander, das sie lange vermisst habe, sagt Doris Schmahl noch am Ende.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.