Wie im Ernst-Ludwig-Park sieht es auch an anderen Plätzen in Gonsenheim aus. Foto: privat

GONSENHEIM. Als Anne Stege mit dem Rad am Ernst-Ludwig-Park vorbeifuhr, verschlug es ihr fast die Stimme: überquellende Mülltonne und jede Menge To-Go-Verpackungen sowie Müllreste und Getränkedosen. Auch die Begrenzungshecke präsentierte sich in einem vermüllten Zustand. „Raben zerren die Essensreste aus den Abfalleimern und verteilen sie auf dem Platz“, informierte sie die Lokale Zeitung. Von Passanten erfuhr sie, dass dies ein Dauerzustand sei, weil die Reinigung durch die Stadt nur ein Mal pro Woche erfolge.

Anne Stege, die unter anderem die Reinigungsaktion „Rhine CleanUp“ mitinitiierte, bei der zahlreiche Menschen die Uferbereiche am Rhein säubern, fragte sich, warum denn die Stadt nicht einfach eine größere Abfalltonne im Park platzieren kann. „Beispielsweise solche, wie sie im Zollhafen stehen.“ Vielleicht könnte sich die benachbarte Gastronomie an den Kosten für die Mülltonne beteiligen, regte sie an.

Die Lokale Zeitung gab ihre Fragen unter anderem an Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) weiter. Der unerfreuliche Zustand in der Parkanlage sei ihr bestens bekannt, antwortete Flegel. „Überhaupt haben wir festgestellt, dass sich in den letzten Wochen deutlich mehr Personen als sonst auf den öffentlichen Plätzen in Gonsenheim aufgehalten haben.“ Auch sie meinte, dass größere Behälter an diesen neuralgischen Punkten Abhilfe schaffen könnten.

Derselben Meinung war der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium stimmte dem CDU-Antrag zu und bat die Stadt, um zusätzliche Abfallbehälter für ausgewählte Parkanlagen. Solche temporären Mülltonnen, mit Ketten fixiert, wünschte das Gremium für den Willy-Brandt Platz, den alten Friedhof, die Umgebung des Kriegerdenkmals und die Pfarrer-Grimm Anlage.„Die Stadtverwaltung muss jetzt handeln“, forderte Flegel.

Aus dem zuständigen Dezernat der Stadt Mainz kam auf Nachfrage die Antwort, die Situation sei dort bekannt. „Im gesamten Stadtgebiet wird aktuell eine angestiegene Vermüllung des öffentlichen Freiraumes festgestellt. Dies wurde im Rahmen eines Treffens mit Kollegen vom Entsorgungsbetrieb bestätigt“, hieß es von der Pressestelle.

Doch tun könne die Stadt nicht viel mehr: Auch nach einer jüngsten Sitzung, in der die Dezernentin Kathrin Eder (Grüne) die Gonsenheimer Angelegenheit mit einem Tagespunkt explizit behandeln ließ. „Das Grün- und Umweltamt reinigt die Grünflächen in Gonsenheim einmal wöchentlich. Eine Erhöhung der Intervalle sei derzeit nicht möglich“, so die Pressestelle. In der Regel sei die Ausstattung mit Abfallbehältern ausreichend. Pizzapappen und andere sperrige Abfälle teilweise auch privater Müll überfordern jedoch die Aufnahmefähigkeit der Behältnisse. „Eine zusätzliche Ausstattung mit Müllbehältern ist aktuell aber nicht leistbar und nicht vorgesehen.“

Teilen
Vorheriger Artikel„Neue Bäume könnten schon stehen“
Nächster ArtikelLiebenswertes Geburtstagspäckchen
Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.