Collage: Bodo_Witzke

KLEIN-WINTERNHEIM – An manchen Stellen des Haybachs kann man auch heute schon ins Schwärmen kommen, findet der Journalist und Fotograf Bodo Witzke aus Klein-Winternheim, der sich mit der Kamera auf die Suche nach dem „ökologischen Potential“ des Haybachs begeben hat. Er hat Stellen dokumentiert, die wie Biotope wirken, mit zauberhaften gelben Erlenzeisigen und dem Scharbockskraut, das unsere Vorfahren gegen den Winterskorbut als Vitaminspender aßen – aber Vorsicht: das Kraut kann auch sehr giftig sein, warnt Witzke. Das und noch viel mehr, hat er an dem Bach gefunden, der in der nüchternen Spache der Experten ein Graben 3ter Ordnung ist und gelegentlich auch Abwässer transportieren muss. Von Klein-Winternheim fließt er über Ober-Olmer Gemarkung, um nach gut drei Kilometern bei Nieder-Olm in die Selz einzumünden. Über Strecken ist der Bach nach der Flurbereinigung in den 50er Jahren heute nur noch eine triste Rinne, an zu vielen Stellen kaum mehr in der Landschaft wahrnehmbar. Aber das soll sich ändern. Die Ortsbürgermeister Ute Granold und Matthias Becker von Klein-Winternheim und Ober-Olm haben die Renaturierung des Haybach als „Kommunales Gemeinschaftsprojekt“ angekündigt. Die Erste Beigeordnete der VG Nieder-Olm, Doris Leininger-Rill, verwaltungsmäßig für den Bach zuständig,spricht von einer „guten Zeit“, die Renaturierung zu beginnen, „alle sind heute gefordert, etwas für die Umwelt, die Natur zu tun“. Von Corona ließen sie sich nicht aufhalten, sagen alle drei. Man wolle faire Tauschangebote für die Landwirte machen, die jetzt Äcker am Haybach haben, eine erfahrene Fachfirma mit Planungen beauftragen, die Renaturierung in Abschnitten durchführen.

Fotograf Witzke, der seinen Hang zu unserer regionalen Natur bereits mit der Fotoausstellung „Natur in Rheinhessen“ im Nieder-Olmer Rathaus zum 200-jährigen Jubiläum Rheinhessens unter Beweis gestellt hat, ist seit Jahren immer wieder am Haybach unterwegs gewesen, dessen gegenwärtige Probleme offensichtlich sind. Oft musste er lange suchen und mit seiner Kamera dicht an die kleinen, schönen Flecken herangehen, um zu zeigen, was für ein beeindruckendes Potential der Haybach trotz allem hat, was hier auch im größeren Maßstab möglich ist, wenn die Renaturierung erfolgreich durchgeführt wird. Dass Natur am Haybach nicht weiter ein Nischendaseinfristet, das ist dem Bach, den Anwohnern und den Besuchern des Tals genauso zuwünschen, wie den Tieren und Wildpflanzen, die hierher gehören, finden er und die Lokale Agenda Klein-Winternheim, die seine Bilder in einer „Virtuellen Ausstellung“ mit dem Titel „Der HAYBACH und sein POTENTIAL“ auf ihrer Internetseite zeigt: https://www.kleinwinternheim.de/agenda.

Teilen