Wo könnte der Radweg von Ebersheim nach Mainz entlangführen? Links die Rheinhessenstraße, rechts die Militärstraße. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM. In die Töngeshalle darf vorläufig niemand rein. Mit einer Sondergenehmigung betrat der Ebersheimer Ortsbeirat samt einigen Zuhörern die Halle, um die erste Sitzung nach dem Corona-Lockdown abzuhalten. Dass der Regelbetrieb in der noch nicht gänzlich renovierten Sportstätte Spaß machen wird, machte der Anblick des schicken Inneren deutlich. Dass die Halle aber bis Ende der Sommerferien geschlossen bleibt, wie es Ortsvorsteherin Anette Odenweller (CDU) verdeutlichte, dürfte vor allem den Vereinen missfallen. „Die bautechnische Abnahme ist noch nicht erfolgt“, sagte Odenweller zu einer Anwohnerfrage. Zu den Arbeiten, die noch ausstehen, gehört beispielsweise der Einbau der Türen, die derzeit nicht lieferbar sind. Vor dem nicht terminierten endgültigen Startschuss müssen die Vereine zu dem vielfältige Fragen klären. „Es kommt eine lange Liste auf sie zu.“ Jeder Verein müsse das Hygienekonzept umsetzen können. In punkto Hallennutzung gelang es der Verwaltung gleichwohl, alle Anfragen zu beantworten.

Mehrheitlich gegen die Stimmen der Grünen nahm der Ortsbeirat zuvor den einzigenA ntrag der Tagesordnung an: den Prüfantrag der CDU-Fraktion zur Realisierung des Radschnellwegs, „der Ebersheim an Mainz und so an die sich in Planung befindenden Schnellradwege nach Wiesbaden, Frankfurt oder Bingen“ anbindet. „Die neuen Techniken wie Pedelec oder E-Bike werden von Menschen zunehmend genutzt, um auch längere Strecken zur Arbeit zu bewältigen“, begründete Torsten Schwarzer (CDU) den Antrag. Irgendwann könnte dies den motorisierten Verkehr im hohen Maß ablösen. „Ein zusätzlicher Radweg braucht aber zusätzliche Versiegelung und im Moment kommt man sehr gut mit dem Rad in die Stadt“, widersprach Ulrike Meier (Grüne). „Es ist sinnvoll, Ebersheim an die Schnellwege anzubinden“, erwiderte Hubert Heimann (SPD). „Ich wundere mich, dass die Grünen dagegen sind.“ Seine Zurückhaltung erläuterte Matthias Gill: „Meine Unterstützung hätten Sie, wenn die Militärstraße ausgebaut werden sollte, aber hier geht es offenbar um einen Weg entlang der Rheinhessenstraße. Wir brauchen Pflege-und Instandsetzung der bestehenden statt neuer Wege.“ Einen entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion habe der Ortsbeirat ja vor Kurzem abgelehnt, erinnerte Georg Rothenberg (Grüne). Odenweller machte darauf aufmerksam, dass die genutzten Wege landwirtschaftliche Wege, aber keine Radwege seien. Auch die FDP-Fraktion urteilte, dass Ebersheim „keinen anständigen Radweg“ besitze, wie es Helgi Schwedass formulierte. Johannes Blüm (CDU) machte darauf aufmerksam, dass im Prüfantrag der Verlauf des Weges nicht definiert sei.

Die Ortsvorsteherin setzte die Öffentlichkeit in Kenntnis, dass die Ortsverwaltung ab sofort für die Bürger geöffnet ist. Die Termine werden nur nach vorheriger Anmeldung vergeben. Nach drei Jahren Pause habe auch die Fluglärmmessstation in Ebersheim ihre Aufzeichnungen wiederaufgenommen, teilte Gill mit. Installiert sei sie jetzt in der Peter-Hofmann-Straße.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.