IHK-Präsident Günster (li.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jertz ermutigen Schulabgänger, sich auch in der Krise um eine Lehrstelle zu bewerben. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Kurzarbeit, Home-Office, eventuell monatelange Schließung – die Coronakrise hat auf die Betriebe massive Auswirkungen, was sich zum Teil bis auf die Ausbildung durchschlägt. Die unsichere Lage hat mit Sicherheit dazu geführt, dass so mancher Jugendlicher und junger Erwachsener gezögert hat, sich um eine Lehrstelle zu bewerben. Völlig zu unrecht, wie die IHK für Rheinhessen bekräftigt.

Wenige Wochen vor dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. August sind noch Lehrstellen offen, teilten IHK-Präsident Engelbert J. Günster und IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz in einer Pressekonferenz mitteilten. „Wir wollen ausdrücklich die Schulabgänger ermutigen, trotz anhaltender Pandemie-Beschränkungen alle Möglichkeiten zur Bewerbung zu nutzen.“ Irgendwann werde die Krise überwunden sein. Die Betriebe seien gut beraten, bereits jetzt an diese Zeit nach Corona zu denken.

Dass derzeit noch Ausbildungsplätze unbesetzt sind, sei eine Folge der Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie. So seien in vielen Betrieben die Ausbildungsverantwortlichen im Homeoffice oder in Kurzarbeit und daher nur schwer zu erreichen. Betriebliche Praktika seien lange nicht möglich gewesen. „Manche Jugendliche und ihre Eltern glauben, wegen der Corona-Pandemie sowieso keinen Ausbildungsplatz zu erhalten“, vermutet Kammer-Präsident Günster.

Da Messen zur Ausbildungs- und Berufsorientierung immer noch nicht möglich seien, setze die IHK auf die digitale Berufsfindung. Online-Lehrstellenbörsen wie „Last Call“ oder die Lehrstellenbörse des DIHK seien wichtige Informationsplattformen, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Einen Anreiz für Unternehmen, auch in der Krise in der Ausbildung aktiv zu bleiben oder zu werden, sieht die IHK-Spitze im Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Derzeit laufen IHK-weit die Abschlussprüfungen. Infolge der Corona-Pandemie müsse die Kammer dafür erheblichen Mehraufwand betreiben. Doch IHK-Hauptgeschäftsführer Jertz  versichert: „Alle zur Abschlussprüfung anstehenden Auszubildenden in der Region können in diesem Sommer ihre Prüfungen angehen.“ Bei der IHK für Rheinhessen laufen die Prüfungen für insgesamt 1760 Prüflinge in 86 Berufen noch bis zum 31. Juli. 

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“