Laubenheim-Vandalismus red1: Schmierereien des Kirchlein-Schänders offenbaren seinen Namen. Foto: red

LAUBENHEIM – Nicht nur das evangelische Kirchlein, bei dem ein Täter mehrere wertvolle Scheiben aus naturgeblasenem Glas zerstört hat, auch das evangelische Gemeindezentrum leidet unter der Zerstörungswut eines einzelnen,der den Laubenheimern und der Polizei sogar bekannt ist. Inzwischen weiß man,der Mann ist psychisch krank und bereits einmal wurde er für schuldunfähig erklärt. Seine Taten kündigt er in den sozialen Medien an und prahlt hinterher damit, unterschreibt auf seinen Schmierereien an den Schaukästen. Belästigung und Stalking werden ihm weiter vorgeworfen, hier gehören die evangelische Pfarrerin und langsam auch der katholische Pfarrer zu seiner „Zielgruppe“. Doch ist er nicht der einzige, weitere Taten schreibt man anderen Tätern zu.

Das Geld zur Beseitigung der Schäden hätte der Erhaltungsverein lieber in die Innenrenovierung gesteckt. Foto: red

„Es ist wie ein Fluch, der über Laubenheim liegt“, sagt Ortsvorsteher Gerd Strotkötter auf Anfrage der Lokalen Zeitung. Mit einer Planierraupe wurden am ehemaligen Campingplatz am Rheinufer Verwüstungen angerichtet und der Boden mit Diesel großflächig verseucht. Autos wurden mehrfach zerkratzt im Bereich der Rüsselsheimer Allee und wie oft das von Paul Zöller einst gestiftete Wegkreuz im Ried schon zerstört und wieder hergerichtet wurde, kann man bald nicht mehr zählen. In diesen Dingen vermutet Strotkötter jeweils andere Täter. „Die Menschen sind verunsichert“, weiß der Ortsvorsteher und hofft, dass bis zum Sommer alles wieder in Ordnung kommt und bleibt. Das sieht auch der Vorsitzende des Kircherhaltungsvereins, Friedhelm Kärcher, so: „Das Zöllerkreuz kam in den Posts nie vor.“

Das Zöllerkreuz hat diesmal Friedhelm Kärcher wieder hergerichtet. Foto: red

Zu Kirchlein und Gemeindezentrum, wo mit einem Gullydeckel drei Scheiben eingeschlagen wurden, sagt die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Dorothea Lang: „Inzwischen sind noch Eierwürfe dazugekommen, am Pfarrhaus und am Schaukasten der Kirche, und das Verschmieren des Schaukastens am Kirchlein sowie dem beim Nahkauf. Bei beiden kleben dann schlimme Beschimpfungen der Pfarrerin Meier und bisweilen des katholischen Pfarrers Sievers.“ Anzeigen laufen, Staatsanwaltschaft, Anwalt und Polizei arbeiten daran. Inzwischen wurde Hausverbot ausgesprochen und eine Gewaltschutzanordnung getroffen. Vor 35 Jahren haben sich 18 Bürger und Gemeindemitglieder zum Erhaltungsverein zusammengetan, das Kirchlein aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und in dieser Zeit ein Kleinod geschaffen, in dem regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Umso mehr sind die Mitglieder des Vereins von den Zerstörungen betroffen und erschüttert. „Einerseits werden viel Liebe, Geld und Arbeitseinsatz erbracht, anderseits attackiert ein allseits bekannter physisch kranker Mann, der sich für den Allmächtigen hält, seit Monaten das Kirchlein“, sagt Kärcher. Als Jahresziel habe sich der Verein zur Erhaltung der Evangelischen Kirche Laubenheim bereits ausgemalt, wie er die noch lebenden neun der 18 Gründungsmitglieder würdigen könne. Der Corona-Pandemie wegen kann das traditionelle „Treffen am Kirchlein“ aber vorerst nicht stattfinden.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.